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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Warnstreiks in Niedersachsen und Bremen: 3500 Beschäftigte bestreiken öffentlichen Nahverkehr

08.10.2020

Bremen /Hannover Rund 3500 Beschäftigte der Nahverkehrsbetriebe in Niedersachsen und Bremen haben sich am Mittwoch nach Angaben der Gewerkschaft Verdi an einem Warnstreik beteiligt. Demnach blieben viele Busse und Bahnen stehen - etwa in Hannover, Bremen, Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen und Goslar. Die Gewerkschaft will damit im Tarifkonflikt mit den kommunalen Arbeitgebern Druck ausüben. Kundgebungen gab es wegen der Corona-Pandemie nicht.

Ziel der Gewerkschaft ist ein bundesweiter Tarifvertrag für die rund 87.000 Beschäftigten der 130 ÖPNV-Unternehmen. Derzeit werden die Verträge in den 16 Bundesländern einzeln ausgehandelt. „Die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in Niedersachsen und Bremen steht auf dem Spiel“, sagte Gewerkschaftssekretär Hermann Hane. Mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel seien bundesweit einheitliche Regelungen zur Entlastung der Beschäftigten wichtig.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) lehnt indes Verhandlungen über einen bundesweiten Tarifvertrag ab. Sie verwies darauf, dass die 16 kommunalen Arbeitgeberverbände für die Tarifverhandlungen zuständig seien. Der Spitzenverband sei dazu nicht befugt. „Die Warnstreiks sind nicht nur eine Zumutung für die Bevölkerung, sondern auch für die krisengeplagten Nahverkehrsunternehmen, die enorme Einnahmeverluste im Zuge der Corona-Krise zu verkraften haben“, sagte Thomas Wissgott von der VKA.

Die Verkehrsbetriebe informierten ihre Kunden vorab über die Ausfälle. „Wir werden bestreikt“, schrieb etwa die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) auf ihrer Homepage und verwies darauf, dass auf den BSAG-Linien bis Donnerstag um 3 Uhr keine Busse und Straßenbahnen fahren. Beim Verkehrsunternehmen Üstra in Hannover wurden die Bus- und Bahnverbindungen bis Donnerstag 1 Uhr abgesagt. Ähnliches galt für Braunschweig: „Im gesamten Netz in Braunschweig wird es keinen Linienverkehr geben“, teilten die Verkehrsbetriebe BSVG vorab mit.

In Hannover war das erhöhte Verkehrsaufkommen durch Autos und Radfahrer vor allem am Morgen spürbar, wie eine Polizeisprecherin sagte. Es habe deutlich mehr Verkehr und auch mehrere Unfälle mit Verletzten gegeben. Aus Sicht der Bremer Polizei wirkten viele Pendler gut vorbereitet auf die Warnstreiks. Chaotische Szenen im Stadtgebiet waren den Beamten nicht bekannt.

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