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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Stolberg kämpft um Bewährungsstrafe

22.03.2018

Bremen /Oldenburg Niels Stolberg gibt nicht auf. Eine Woche, nachdem der frühere Chef der Bremer Beluga-Reederei wegen Kreditbetrugs, Bilanzfälschung und schwerer Untreue zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, legten seine Verteidiger Revision gegen das Urteil des Bremer Landgerichts ein.

Stolberg und seine Anwälte wollen mit der Revision ein Urteil von weniger als zwei Jahren Haft erreichen, so dass die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.

Das Strafmaß der Großen Bremer Wirtschaftsstrafkammer war für den inzwischen in Oldenburg lebenden und schwer an Krebs erkrankten Ex-Reeder ein Schock. Bis zuletzt hatte er gehofft, dass das Gericht seiner Argumentation folgen und ihn zu einer Bewährungsstrafe verurteilen würde.

Jetzt soll der Bundesgerichtshof (BGH) das Bremer Urteil überprüfen. Zuständig ist der 5. Strafsenat des BGH, der seinen Sitz nicht in Karlsruhe, sondern in Leipzig hat. Bevor sich die Richter dort mit der im Jahr 2011 zusammengebrochenen Beluga-Reederei beschäftigen, wird allerdings noch viel Zeit vergehen.

Das Bremer Landgericht hat jetzt bis Ende Juli Zeit, die schriftliche Urteilsbegründung vorzulegen. Danach stehen Stolbergs Verteidigern vier Wochen für die Begründung der Revision zur Verfügung. Während seine Verteidiger bereits im Gerichtssaal von einem nicht angemessenen Urteil sprachen, will Stolberg selbst sich nicht öffentlich äußern. Angesichts der Belastungen der Vergangenheit stehe bei ihm der Kampf um seine Gesundheit jetzt im Zentrum. Vor Gericht hatten Stolberg und seine Verteidiger immer wieder deutlich gemacht, dass ihrer Ansicht nach der gesamte Vorwurf des Kreditbetrugs in sich zusammengebrochen sei.

Das System einer aufgeblähten Darstellung des Eigenkapitals bei der Finanzierung von Schiffsneubauten sei branchenüblich und den auf Schiffbau spezialisierten Banken bekannt gewesen.

Aus Sicht der Verteidigung sei bei den Zeugenvernehmungen deutlich geworden, dass es sich um abgesprochene Äußerungen gehandelt habe. Grundsätzlich hatte Stolberg zugegeben, dass er beim Versuch, seine Reederei durch die Wirtschaftskrise zu bringen, Fehler gemacht habe.

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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