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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Wusste die Bank von „aufgeblähten Schiffskosten“?

12.01.2018

Bremen /Oldenburg Die Erleichterung stand Niels Stolberg ins Gesicht geschrieben. Zufrieden äußerte er sich am Donnerstag nach der Verhandlung im Bremer Landgericht, wo seit fast zwei Jahren der Zusammenbruch der Bremer Beluga-Reederei untersucht wird.

Der inzwischen in Oldenburg lebende Hauptangeklagte Ex-Reeder muss sich unter anderem wegen Kreditbetrug und Bilanzfälschung verantworten. Dabei geht es auch um ein sogenanntes Kick-back-Verfahren, mit dem Stolberg bei der Finanzierung von Schiffsneubauten seinen Eigenanteil gegenüber der Bank höher als tatsächlich darstellte.

Stolberg hatte immer von einem branchenüblichen Vorgehen gesprochen, was aber von den bisherigen Bank-Zeugen nicht bestätigt wurde.

Jetzt wurde der Verteidigung ein Papier aus der Bremer Landesbank zugespielt, aus dem nach Ansicht von Stolbergs Verteidigern hervorgeht, dass die Bank den Stolberg-Trick von Anfang von kannte und billigte. Es sei nicht unüblich, mit „aufgeblähten Baukosten“ zu kalkulieren und deshalb werde nicht der Kaufpreis, sondern ein Wertgutachten bei der Finanzierung zugrunde gelegt. Stolbergs Verteidiger Bernd Groß: „Wir können jetzt beweisen, dass der Bank die Angaben zum Eigenkapital egal waren und das in Sachen Kreditbetrug deshalb ein Freispruch erfolgen muss.“

Groß bezog sich dabei auf einen in der Bank vorhandenen Katalog von Fragen und Antworten zu dem Verfahren. Um in diesem Zusammenhang weitere Erkenntnisse zu gewinne, schlug Groß eine Beschlagnahme bankinterner E-Mails vor.

Während Staatsanwältin Silke Noltensmeier die Darstellung als „bedeutungslos“ zurückwies, kündigte die Vorsitzende Richterin Monika Schaefer an, dass das Gericht den Aspekt klären und deshalb neue Zeugen aus der Bremer Landesbank hören wolle.

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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