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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Städte sagen Schottergärten den Kampf an

09.04.2019

Bremen In einem Schotter-Vorgarten steht ein rosa Plastik-Flamingo, in einem anderen sind zwischen Unmengen von Steinen vereinzelte gelbliche Grasbüschel und dunkle Kiefernbüsche zu sehen. Auf der satirischen Facebook-Seite „Gärten des Grauens“ werden beinahe täglich skurrile Fotos deutscher Gärten hochgeladen. Verwandeln sich tatsächlich immer mehr private Grundstücke in öde Kies- und Steinwüsten – sei es aus Bequemlichkeit oder Zeitnot der Eigentümer? Möglicherweise finden einige Hausbesitzer die Außengestaltung mit Beton-Blöcken und Gabionen – das sind mit Steinen gefüllte Drahtkörbe – auch schöner als blühende Blumen.

Förderprogramme zur Bepflanzung von Dächern, Fassaden und Hinterhöfen gibt es in so gut wie allen deutschen Metropolen von München bis Hamburg. Die Stadt Bremen will mit einem „Ortsgesetz über die Begrünung von Freiflächen und Flachdachflächen“ noch einen Schritt weiter gehen. Der Gesetzentwurf des rot-grünen Senats soll in der zweiten Maiwoche in der Bremischen Bürgerschaft verabschiedet werden. Er sieht vor, dass Außenflächen „zu begrünen oder zu bepflanzen sind“, sollte dies nicht einer anderen zulässigen Verwendung entgegenstehen. Im Klartext: Hütten, Terrassen oder gepflasterte Fahrrad-Stellplätze sind erlaubt, große Steinbeete nicht.

„Es ist das Bestreben, der schleichenden Verschotterung der Vorgärten einen Riegel vorzuschieben und dort eine Bepflanzung sicherzustellen“, sagt Bremens Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne). Vor allem gehe es um die Verbesserung des kleinräumigen Stadtklimas angesichts künftiger Hitzesommer und Starkregen-Ereignisse. Das neue Gesetz, das nicht für Bremerhaven gilt, entstand auf Initiative der Grünen. Eine Liste insektenfreundlicher Pflanzen soll den Grundstücksbesitzern an die Hand gegeben werden. Bestehende Gärten und Bauanträge sind von der neuen Regelung, die noch im Mai in Kraft treten soll, nicht betroffen. „Es gibt keine Eingriffe in Besitzstände von Menschen“, sagt Lohse.

Auch der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (GaLaBau) bedauert den Trend zu leblosen grauen Gärten. „Viele glauben leider, es sei pflegeleichter als bepflanzte Flächen“, so Sprecher Andreas Stump. Hinzu komme das Angebot an verpackten Kieseln oder Schotter in handlicher Größe in Baumärkten. Der Verband plädiert für Empfehlungen und Beratungen statt Verbote und hat eine Initiative unter dem Motto „Rettet den Vorgarten“ gestartet. Der Naturschutzbund (Nabu) sieht dagegen die Kommunen stärker in der Pflicht. Einige Städte seien schon sehr aktiv, sagt Nabu-Gartenexpertin Marja Rottleb. So gebe es in Heilbronn ein Stein- und Schottergartenverbot für Neubaugebiete. Die Steine stammten meist nicht aus dem heimischen Steinbruch, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit überwiegend aus China oder Indien, kritisiert der Nabu.

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