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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Lebensmittel: Südfrüchte aus dem Norden

25.07.2018

Buxtehude /Jork Was Peter Stechmann heute macht, wäre während seiner Lehre vor 34 Jahren unmöglich gewesen: In dritter Generation führt der Landwirt den familiären Obsthof in Buxtehude, und als Erster lässt er auf seinem Gelände Nektarinen und Aprikosen wachsen. „Die Sonne reicht aus, damit die Früchte reif werden“, sagt der Obstbauer: „Die Ernte ist in vollem Gange.“ Noch sind es zwar Exoten. Aber diejenigen, die sich mit dem Anbau von Südfrüchten beschäftigten, sind überzeugt: Davon wird es hier künftig mehr geben.

„Wir haben einen großen Vorteil gegenüber den Anbaugebieten im Mittelmeerraum“, sagt Stechmann: „Wir können reif ernten, das wirkt sich sehr positiv auf den Geschmack aus.“ Etwa 80 Nektarinen- und 350 Aprikosenbäume stehen bei Stechmanns unter einem von ihm selbst entwickelten Ganzjahresdach aus Holz und Spezialfolie. Es schützt die Früchte vor Regen, aber auch vor Frost. „Die Aprikose ist und bleibt eine südeuropäische Art“, betont der Landwirt. Weil sie bereits im Februar zu treiben beginnt, können Nachtfröste ihr Blütenorgan zerstören.

Beim sogenannten geschützten Anbau kommen Folien, Dächer, Netze oder Gewächshäuser zum Einsatz. Dieser Trend ist aktuell im Alten Land der wohl größte und auffälligste. Das sagt Matthias Görgens vom Obstbauzentrum in Jork, das zur Landwirtschaftskammer Niedersachsen gehört. Die Forschungs- und Beratungseinrichtung testet an mehr als 40 000 Bäumen den Anbau von rund 300 verschiedenen Sorten und gibt hiesigen Landwirten Empfehlungen für den Obstbau der Zukunft.

Wegen extremerer Wetterverhältnisse gingen die Betriebe dazu über, sich möglichst unabhängig von den äußeren Umständen zu machen, sagt der promovierte Gartenbauer: „Kirschen vertragen keinen Regen, Äpfel keinen Hagel. Beides wird mehr, daher stehen die Bäume unter Folien.“

Der laut Görgens „zaghafte Trend“ zu Südfrüchten im Alten Land ist auch eine Folge des Klimawandels. In den vergangenen drei Jahrzehnten sei die Durchschnittstemperatur in der Region um fast zwei Grad gestiegen: „Daher können wir heute andere Arten anbauen.“ Zwar handele es sich bei den Pfirsichbäumen im Alten Land um eine Anzahl im niedrigen vierstelligen Bereich: „Aber das können sicherlich mehr werden.“

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