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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Für schwerhörige Blinde ist Stock zu wenig

19.09.2017

Celle /Osnabrück Blinde Menschen, deren Orientierung durch Schwerhörigkeit zusätzlich beeinträchtigt wird, sind einem Gerichtsurteil zufolge mit einem Langstock nicht ausreichend versorgt. Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen mit Sitz in Celle verpflichtete eine Krankenkasse, einem weitgehend erblindeten Mann zusätzlich einen Blindenhund zu bewilligen. Das Urteil wurde am Montag bekannt. (AZ: L 16/4 KR 65/12)

Der 50-Jährige aus dem Landkreis Osnabrück hatte bei seiner Krankenkasse einen Blindenhund beantragt. Die verwies ihn aber zunächst auf einen Blindenlangstock und ein Mobilitätstraining. Der Kläger argumentierte jedoch, ein Blindenhund könne ihm eine viel bessere Hilfe bieten – und bekam vom Gericht nun recht.

Einzelfälle sind zu prüfen

Es komme nicht auf die generellen Vorteile eines Blindenhundes gegenüber einem Langstock an, hieß es zur Begründung. Vielmehr sei die Versorgungsnotwendigkeit im Einzelfall nach medizinischen Gesichtspunkten zu beurteilen.

Das Gericht hatte zunächst die Ergebnisse des Orientierungs- und Mobilitätstrainings mit dem Langstock abgewartet und auf dieser Grundlage ein ärztliches Gutachten eingeholt. Das habe aufgezeigt, dass die Orientierungsfähigkeit des Klägers durch die Kombination von Blindheit und Schwerhörigkeit erheblich erschwert sei. Während Beeinträchtigungen eines einzelnen Sinnesorgans noch durch andere Organe kompensiert werden können, kann dies bei Doppelbehinderungen im Einzelfall nicht mehr möglich sein.

Den Einwand der Krankenkasse, dass der Kläger inzwischen mit Hörgeräten versorgt wurde und Fortschritte im Mobilitätstraining erzielte, wies das Gericht zurück.

Wirtschaftlichkeit wichtig

Zur Begründung gab das Landessozialgericht an, dass Hilfsmittel zum Behinderungsausgleich nicht nur geeignet und erforderlich, sondern auch wirtschaftlich angemessen sein müssen.

Ein gesetzlicher Grund zur Zulassung der Revision ist laut Gericht nicht gegeben.


Urteil veröffentlicht bei:   www.sozialgerichtsbarkeit.de 
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