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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Das Besondere ist das weltweite Forschungsnetzwerk

27.09.2011

FRAGE: Herr Hillebrand, Sie haben kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „The American Naturalist“ eine Veröffentlichung gehabt, jetzt sogar in „Science“: Mehr geht doch eigentlich nicht für einen Wissenschaftler. Das ist doch der Ritterschlag, oder?

HILLEBRAND: Ja, eine Veröffentlichung in „Science“ ist schon etwas Herausragendes. Das Besondere an diesem Artikel ist, dass er aus einem weltweiten Forschungsnetzwerk mit 48 Standorten entstanden ist. Wir haben uns vor fünf Jahren zusammen gefunden und ein gemeinsames Standardprotokoll entwickelt, an das sich auch alle gehalten haben. In der Ökologie kämpfen wir oft mit dem Problem, dass die Ergebnisse, die wir haben, sehr stark durch das System geprägt sind, das wir untersuchen. Also: Ergebnisse, die einen ökologischen Zusammenhang im Nordwesten Deutschlands erhalten, müssen nicht dieselben sein, die bei einer ähnlichen Untersuchung in Oregon, Australien oder Afrika erzielt werden.

FRAGE: Was galt denn bisher?

HILLEBRAND: Jahrzehntelang galt in der Ökologie, dass es die Produktivität des Lebensraums sei, die seine Artenvielfalt bestimmt. Dieses allgemein gültige Modell findet sich in allen wichtigen Lehrbüchern und sagt voraus, dass die Artenvielfalt mit zunehmender Produktivität zunächst steigt, um im weiteren Verlauf abzunehmen.

FRAGE: Wird die Produktivität von klimatischen Verhältnissen gesteuert?

HILLEBRAND: Ja, Temperatur und Niederschlag spielen eine Rolle, aber auch die Fruchtbarkeit des Bodens.

FRAGE: Und Sie und Ihre Kollegen stellen nun diese Lehrmeinung in Frage?

HILLEBRAND: Genau, wir hatten vorher schon aus theoretischen Gründen Bedenken. Unsere Studie zeigt nun erstmals anhand von weltweit erhobenen Daten, dass kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Wachstum und pflanzlicher Artenvielfalt besteht.

FRAGE: Welche Schlüsse kann die Wissenschaftswelt noch aus Ihren Ergebnissen ziehen?

HILLEBRAND: Wir haben gezeigt, dass die Produktivität nicht die Artenvielfalt begrenzt. In anderen Experimenten zeigen wir, dass es im Gegenteil so ist, dass eine größere Artenvielfalt zu einem effizienteren Wachstum führt. Damit tragen wir dazu bei, die Konsequenzen des globalen sowohl für die Artenvielfalt als auch die Produktivität des Ökosystem besser zu verstehen.

Prof. Dr. Helmut Hillebrand ist Biologe und Biodiversitätsexperte am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg. Hillebrand studierte in Oldenburg Biologie und promovierte 1999 an der Uni Kiel im Fach Biologische Meereskunde.

Norbert Wahn
Redakteur
Politikredaktion
Tel:
0441 9988 2097

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