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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Astronomie: Die Entdeckung des Himmels

28.10.2015

Oldenburg Rote Sternschnuppen zeigen in Richtung Sternwarte. Sie sind auf dem Boden des Wechloyer Campus der Carl-von-Ossietzky-Universität aufgeklebt. 66 Stufen geht es nach oben in den dritten Stock des Physik-Gebäudes W2 – auf das Dach.

Die Sternwarte wurde zusammen mit den Gebäuden des Campus gebaut, in den 70er und 80er Jahren. Die Besonderheit der Oldenburger Sternwarte: Dort forschen nicht nur Studenten, Doktoranden und Professoren – auch die Amateure der Astro-AG treffen sich regelmäßig alle zwei Wochen.

Vom „Astrovirus“ infiziert

20 Männer sind sie insgesamt, mal sitzen acht zusammen und reden über den Oldenburger Sternhimmel, mal zwölf. Jeder von ihnen hat ein Spezialgebiet, mit dem er sich besonders gern beschäftigt. Die meisten Hobbyforscher in der AG wurden schon als Kinder vom „Astrovirus“ infiziert. Als Erwachsene wurden sie Lehrer, Techniker oder Dozent, in ihrer Freizeit blieben sie Astronomen.

Klaus Harries kaufte sich von seinem Konfirmationsgeld sein erstes eigenes Teleskop. Seine Spezialität ist der Mond, auch „wenn der manchmal ganz schön nervig sein kann“. Mit seinem hellen Licht ertränkt er das Strahlen der Sterne oft.

Hermann Vogt ist schon seit Anfang 1998 bei der Astro-AG dabei. Seine Liebe zu den Sternen gründet auf ein Buch des Autoren Bruno H. Bürgel. „Auch wenn seine Bücher vor etlichen Jahren erschienen sind, hat er populärwissenschaftlich über Astronomie geschrieben. Das hat mich fasziniert“, erzählt der 80-Jährige. Bodo Harms, Ältester der AG mit seinen 82 Jahren, lächelt Vogt zu. „Das Bürgel-Buch habe ich auch gelesen. Ich habe es von meinem Vater bekommen.“ Sein Spezialgebiet sind die neuen Ergebnisse aus der bemannten und unbemannten Raumfahrt.

Die Astro-AGler treffen sich nicht nur an der Universitätssternwarte, sondern oft auch bei einem ihrer Mitglieder zu Hause auf dem Land. Dort ist es dunkler als in der Stadt: Es gibt nicht so viele Lichter, die die Nacht stören.

Carsten Dosche nutzt jede der wenigen sternklaren Nächte im Oldenburger Schmuddelwetter, um ferne Sonnensysteme, galaktischen Nebel und Sternhaufen zu fotografieren. Am liebsten beobachtet er das Sternenbild des Schwarns am Himmel. „Mit dem Sirius-Nebel ist es wunderschön“, sagt Dosche.

Die anderen der AG sind sich ziemlich einig – sie alle mögen das Sternbild des Orions gern. „Den Orion kann man besonders gut im Winter beobachten. Jetzt im Herbst geht er gegen Mitternacht auf und ist selbst für Laien sehr gut zu finden“, erklärt Harries. „Auf der Südhalbkugel verliert der Orion seinen Reiz, da steht er Kopf“, sagt Thomas Albin.

Er ist mit seinen 25 Jahren der Jüngste in der Astro-AG. Für ihn ist die Astronomie nicht nur Hobby, sondern auch Beruf. Albin ist Doktorand der Universität Stuttgart am Institut für Raumfahrt. „Ich bin von der Astronomie vorgeschädigt, seit ich denken kann“, sagt er und lächelt. Seine Mutter habe ihn als kleines Kind nachts um drei Uhr geweckt, und als er den Komet Hale-Bopp 1997 durch sein erstes eigenes Tchibo-Teles-kop bewunderte, war es endgültig um ihn geschehen.

Forschung in Oldenburg

Seit 2010 wird die Oldenburger Sternwarte vermehrt zur Forschung und weniger von den Hobbyastronomen der Astro-AG genutzt. Zusammen mit dem Doktoranden erkunden noch sieben weitere Studenten die Tiefen des Weltalls.

„Unser derzeitiger Schwerpunkt in der beobachtenden Astronomie liegt im Bereich von Kleinkörpern, sprich Kometen, Meteore und interplanetarer Staub“, erklärt Albin. Betreut werden Albin und die Studenten der angewandten Astronomie von Prof. Dr. Björn Poppe. Er kam vor fünf Jahren an die Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und arbeitet im Bereich der medizinischen Strahlentherapie. Strahlen im Weltraum werden ähnlich gemessen wie die Strahlen in der Krebstherapie, daher ergibt sich zwischen beiden Forschungsgebieten eine Schnittstelle.

Teleskop steuert selbst

Im Winter 2015/2016 wird die Sternwarte modernisiert. An der Universität Oldenburg werden gerade robotische Teleskope, die selbstständig Wolkenfelder und Licht erkennen und ihre Aufnahmen daran anpassen, entwickelt. „Das ist sehr interessant, da wir diese Art der Teleskope bei den ganzen Regenwolken hier hervorragend testen können“, sagt Poppe. Aber auch ohne Teleskope kann man sich vom Weltall faszinieren lassen: „In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember sind mit bloßem Auge Geminiden-Stürme, also Sternschnuppen, zu erkennen. Gegen Mitternacht muss man nur rausgehen und genießen“, empfiehlt Albin.

Lina Brunnée Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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