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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Die Gemeinschaft wächst zusammen

12.04.2007

Ein Mönch gibt Einblick in sein buddhistisches Leben. Viele Fragen rund um die Religion werden diskutiert.

Von Diana Mosler

GALLE - Das Leben und die Kultur in einem anderen Land kennen zu lernen, ist der Sinn eines jeden Schüleraustausches. Als die sri-lankischen Kadetten im vergangenen November zu Gast in der Wesermarsch waren, war es selbstverständlich, dass sie in deutschen Familien untergebracht waren, um den Alltag hautnah zu erleben. Auch die deutschen Austauschschüler sollten zumindest für ein Wochenende sri-lankisches Familienleben kennen lernen, um später die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Kulturen besser einschätzen zu können.

Am vergangegen Freitag ging der kleine Abenteuertrip für die sieben Deutschen los. Welche Wegstrecke zurückzulegen war und wie dieses geschehen sollte, wusste vorher niemand. Einige wurden mit dem Auto abgeholt, andere zuckelten mit dem Tuk-Tuk (dreirädriges Vehikel) los, und wieder andere nahmen die Bahn oder den Bus. Christiane Mayer und der Kadett Kalinga Charith Padmal de Silva nutzen den Threewheeler, um zu seiner Familie ins sechs Kilometer entfernte Boossa zu gelangen.

Zuerst geht es auf der Hauptstraße entlang vorbei am Galle Fort und dem Lighthouse-Hotel in Richtung Colombo. Nach rund vier Kilometern biegt das Tuk-Tuk dann ab ins Landesinnere. Auf unbefestigten Straßen erreicht die 18-Jährige dann ihr Ziel. Das Haus der Familie liegt an einem Hang mit Garten, und trotz fehlender Klimaanlage ist es in den Räumen nicht zu heiß.

Da Chariths Vater nicht mehr lebt, lernt Christiane nur seine Mutter und seine jüngere Schwester kennen. Der ältere Bruder lebt und arbeitet in Colombo. Damit Christiane über das Wochenende ein eigenes Zimmer hat, zieht der Kadett in das Zimmer seines Bruders um. "Mit der Mutter kann ich mich zwar kaum unterhalten, da sie nur wenig Englisch spricht, aber sie ist trotzdem sehr nett", erzählt die deutsche Schülerin. "Sie kocht für mich alles das, was ich mir gewünscht habe, und das Essen ist mild gewürzt." Die drei Tage in der Familie vergehen schnell, und auch die übrigen sechs Deutschen können nahezu nur Positives berichten.

Zwei Familien haben eine gemeinsame Bootsfahrt unternommen, und Rantje Schirmer war auf einer Teeplantage untergebracht. "Wir sind durch die Teefelder gelaufen, und die hauseigene Gummifabrik haben wir uns auch angeschaut. Das war ein wirklich schönes Wochenende, aber trotzdem bin ich froh, dass ich mich wieder mit den anderen austauschen kann", erzählt sie.

Um das Teamverhalten weiter zu stärken, sollen die Schüler in kleinen Gruppen eine besondere Aufgabe erfüllen. Mit Hilfe von Strohhalmen, einem Taschentuch, einer Schnur und Tesafilm soll ein Ei so verpackt werden, dass es bei einem Sturz aus zwei Meter Höhe nicht kaputt geht. Geleitet wird diese Unterrichtseinheit im Leadership-Kursus von Julia Villbrandt, die als Projektleiterin auf deutscher Seite den Austausch betreut. "Man merkt bereits nach kurzer Zeit, wer in den einzelnen Teams den Ton angibt, und wer die Ideen umsetzt", sagt sie. Nach vierzig Minuten sind die sieben Eier verpackt, es folgt die Probe aufs Exempel. Sechs Eier überstehen den Sturz heil, nur ein Ei geht kaputt. "Auch wenn unser Ei zu Bruch gegangen ist, ich habe hierbei trotzdem gelernt, meine Ideen im Team umzusetzen und als Gruppenführer zu agieren", sagt Philip Hasemann nach dem Versuch.

In Sri Lanka darf natürlich das Thema "Buddhismus" nicht fehlen. Mit der gesamten Gruppe geht es zum Yatagale Tempel in der Nähe von Galle. Ein junger Mönch empfängt die Schüler in dem rund 2.300 Jahre alten Tempel und berichtet über sein Leben als Buddhist. Obwohl es im Buddhismus normalerweise kein Kastensystem gibt, sieht es in Sri Lanka anders aus, denn hier ist der Buddhismus stark vom Hinduismus geprägt. Die Singhalesen unterteilen sich in 14 Kasten, die höchste ist die der Goyigamas, die der Landadel angehört, die niedrigste Kaste sind die "Unberührbaren", auch Rodiyas genannt. Auch wenn das Kastensystem in Sri Lanka kaum noch eine Rolle spielt, wird dennoch meist nur innerhalb der eigenen Kaste geheiratet. Für die deutschen Schüler bleibt bei dem Tempelbesuch keine Frage unbeantwortet. Geduldig erläutert der Mönch seine Religion und antwortet auf die Frage, warum er Mönch geworden sei, damit, dass es schon als kleiner Junge sein größter Wunsch gewesen sei. "Das war wirklich sehr interessant, aber vieles, das der Mönch uns erzählt hat, kann man als Europäer gar nicht nachvollziehen" sagt Jennifer Martens abschließend. "Es ist aber spannend, ständig etwas neues zu erfahren."

Alle Berichte vom Schüleraustausch gibt es hier.

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