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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Arbeit Im Forstamt Ahlhorn: Der Waldweg ist seine Heimat

06.01.2020

Diepholz /Oldenburger Land Wald- und Forstwege durchziehen nicht nur in den niedersächsischen Landesforsten die Wälder als unverzichtbares Netz für die Waldbewirtschaftung. Gleichzeitig erschließen sie die Natur auch für die vielen Waldbesucher, damit Spaziergänger, Jogger, Wanderer, Radfahrer oder Reiter den Wald für ihr Wohlbefinden aufsuchen können.

Seit August 2019 ist Karsten Hartwig aus Sudwalde im Landkreis Diepholz verantwortlich für den Wegebau im Nordwesten Niedersachsens – auch für das Forstamt Ahlhorn. „Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die Forstwege stets in gutem Zustand zu erhalten“, sagt der gelernte Forstwirtschaftsmeister. „Einerseits soll die Holzabfuhr über das ganze Jahr gewährleistet werden und andererseits ist die Bevölkerung mit Recht empfindlich, wenn zerfahrene Waldwege die Erholung im Wald erschweren.“ Mit Vertragsfirmen organisiert der 53-Jährige, der sechs Monate für seine neue Tätigkeit bei den Landesforsten qualifiziert wurde, die Pflege, Unterhaltung und seltener auch den Neubau von Waldwegen. „Für 1500 Kilometer Waldwege in den Forstämtern Ankum, Ahlhorn, Neuenburg und Nienburg steht mir ein festes Budget zur Verfügung“, sagt Hartwig.

„Die höchsten Kosten verursacht der Ankauf und die Anfuhr von Mineralgemisch zur Erneuerung von Wegedecken oder für den Wegeneubau. Daher ist es mein Ziel, die Erneuerung durch gute Wegepflege und Unterhaltung möglichst lange hinauszuschieben“, erklärt der Experte. Dieser Grundsatz ist aktuell besonders wichtig, werden doch vorrangig Mittel in den Waldschadensgebieten im Süden Niedersachsens benötigt.

Ausbildung zum Forstwirt

Karsten Hartwig ist wie alle Wegebau-Einsatzleiter bei den niedersächsischen Landesforsten dem zentralen Wegebaustützpunkt im Forstamt Seesen am Harz zugeordnet. Für die tägliche Arbeit, wenn er nicht zu den Baustellen und Förstern unterwegs ist, hat er sein Büro aber zu Hause in Sudwalde eingerichtet. „Das passt gut zusammen, denn ich sitze in Spitzenzeiten auch am Abend oder am Wochenende am Schreibtisch.“ Hartwig ist über sein ganzes Berufsleben mit dem Wald verbunden. Er begann 1984 seine Ausbildung zum Forstwirt bei der Klosterkammer Hannover in einem Harzrandrevier und blieb dort drei Jahre als Forstwirt, bevor er in die Landesforsten nach Rinteln wechselte. Sein Interesse galt der dort möglichen Meisterausbildung, die er dann 1994 erfolgreich abschloss. 1997 kam Hartwig zurück in seine Heimat und war zunächst im damaligen Forstamt Erdmannshausen, Schwaförden und dann im Forstamt Nienburg tätig.

Nach einem zweijährigen Intermezzo als Gesamtbetriebsratsvorsitzender für die Mitarbeiter der Landesforsten freut sich Karsten Hartwig nun auf die neue Tätigkeit: „Meine Motivation ist die mit der neuen Aufgabe verbundene berufliche Herausforderung. Hier kann ich die planende Bürotätigkeit mit dem Außendienst verbinden, was mir sehr gut gefällt.“

Aneinandergereiht würden die rund 10 000 Kilometer Forstwege der niedersächsischen Landesforsten von hier bis nach Vietnam oder bis an die Spitze Südafrikas reichen. Da sie überwiegend aus gebrochenem Naturstein, dem sogenannten „Mineralgemisch“ bestehen, ist ihre Oberflächenform leicht gerundet. „Niederschläge sollen von der runden Oberfläche schnell seitlich abfließen können“, erläutert Einsatzleiter Hartwig die Bauweise.

Vielfältige Nutzung

„Das ist für Waldbesucher manchmal gewöhnungsbedürftig, hilft aber, dass die Wege schnell abtrocknen, um Schlaglochbildung zu vermeiden“, sagt er. Im Gegensatz zu den früheren „Holzwegen“ ermöglichen die heutigen Waldwege der Landesforsten in der Regel einen Kreis- und Durchgangsverkehr. „Die Wege sind gerade in größeren Waldgebieten so vernetzt, dass sie sich auch gut als Wander- oder Radwege eignen“, weiß Hartwig.

Etwa alle 15 Jahre bekommen die Waldwege eine neue Oberfläche, die sogenannte Deckschicht. Dazwischen werden sie regelmäßig durch Abziehen und Walzen gepflegt. „Besonders wichtig ist es auch, den seitlichen Bewuchs zu entfernen, denn die Natur versucht immer, sich die Wege durch Überwachsen wiederzuholen“, erläutert Hartwig die manchmal drastisch wirkenden Auflichtungen links und rechts der erneuerten Forstwege, die sich aber schnell wieder verwachsen.

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