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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Diese Forscher bringen frischen Wind

27.01.2017

Oldenburg Wenn der Winkanal im Forschungslabor Windlab in Oldenburg richtig loslegt, sind Turbulenzen vorprogrammiert. Und gewollt.

Denn gerade um die Erforschung von Turbulenzen und ihre Auswirkungen auf Windkraftanlagen geht es in dem neu eröffneten Bau der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und des Zentrums für Windenergieforschung (Forwind).

Das WIndlab in Zahlen

2300 Quadratmeter groß ist das Forschungslabor für Turbulenzen und Windenergiesysteme (Windlab). 130 Wissenschaftler aus vier verschiedenen Spaten finden dort Platz.

12,5 Millionen Euro kostete der Bau. Insgesamt investierte das Land Niedersachsen und der Bund 20 Millionen Euro.

Entworfen wurde das vierstöckige Gebäude vom Architekturbüro Hammes/Krause.

„Im wesentlichen wollen wir die realistischen Strömungsverhältnisse auf Windkraftanlagen erforschen“, erklärt Prof. Dr. Joachim Peinke, einer der Leiter des Windlabs und Turbulenzforscher. Für ihn geht mit dem Bau des Windkanals und des Labors „ein Traum in Erfüllung“.

Die von ihm betriebene Grundlagenforschung bekommt durch die 30 Meter lange Messstrecke nun die Möglichkeit, noch näher an der Praxis zu sein: „Wir messen den Wind an einer Anlage oder auch an einem kleinen Windpark und können ihn in unserem Windkanal genau nachmachen. Dann können wir schauen, wie die Anlagen noch effizienter arbeiten können“, erklärt der 60-Jährige.

Wenn der Wind durch den Kanal fegt, kann man ihn sogar sehen und die Strömungen sogar mit dem bloßen Auge beobachten. Grüne Laserstrahlen machen die nebeligen Schwaden, die sich um die Rotorblätter bewegen, sichtbar.

Zum Windlab gehört aber noch viel mehr als die Messstrecke, erklärt Prof. Dr. Martin Kühn, ebenfalls Leiter des Windlabs und Windenergieexperte. Bevor im Kanal Turbulenzen von bis zu 150 Stundenkilometern nachgebaut werden können, messen spezielle Geräte zunächst den „frischen Wind“.

„Frischer Wind“ ist der, der direkt auf die Windparkanlagen trifft. Ebenfalls zu beachten ist der „verbrauchte Wind“, der schon von einem Windrad abgelenkt wurde und sich zwischen den einzelnen Anlagen bewegt.

Um die Windströmungen genauso wieder herzustellen, wie sie in der Natur vorgekommen sind, werden sogenannte Aktive Gitter benötigt. Insgesamt 80 Elektromotoren und 40 Achsen mit Klappen können Turbulenzen im Wind erzeugen – und damit mächtig Chaos.

Doch so gut der Kanal den Wind wiederzugeben vermag, wird besonders für Messungen im Millimeterbereich die Computersimulation gebraucht. Sie bildet das dritte Standbein der Forschungsarbeit, erläutert Kühn.

Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper freut sich darüber, dass der in Oldenburg bereits erfolgreiche Forschungsschwerpunkt zur Windenergie nun ganz neue Möglichkeiten erhält, unter weitgehend realen Bedingungen zu forschen. „So ist die physikalische Grundlagenforschung sehr nutzungsorientiert.“

Insgesamt investierte der Bund und das Land Niedersachsen 20 Millionen Euro in das neue Forschungslabor. Von ihm profitiert natürlich nicht nur die Universität Oldenburg, auch die Uni Hannover, die Jade Hochschule, das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik sowie das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation werden dort regelmäßig forschen.

Das vierstöckige Windlab bietet dementsprechend auch vielen Forschungsdisziplinen Platz: Physiker, Meteorologen, Ozeanographen und Ingenieurswissenschaftler arbeiten zusammen. Ihr Ziel: Frischen Wind in die Erforschung von erneuerbaren Energien bringen.

Schließlich soll Niedersachsen nach dem Wunsch der rot-grünen Landesregierung bis 2050 seine Energie zu nahezu 100 Prozent aus nachhaltigen Quellen ziehen, sagt Niedersachsens Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajic.

Lina Brunnée Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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