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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

JUBILÄUM: Eine Stadt mit vielen Gesichtern

01.09.2007

FRIESOYTHE Die Stadt Friesoythe hat viele Gesichter. In ihrem Süden prägt das Erholungsgebiet mit der Thülsfelder Talsperre die Landschaft. Im Norden erschließen am Küstenkanal ein kommunaler Hafen und Industrieflächen Potenziale für erhofften wirtschaftlichen Aufschwung.

Der Westen ist Zentrum der landwirtschaftlichen Geflügelmast. „Hähnchenstraße“ nennt der Volksmund die Haupttangente im Ortsteil Gehlenberg. Dort soll es die höchste Hähnchenmastdichte Deutschlands geben.

Im Osten erinnern einige wenige restliche Hochmoorflächen an frühzeitliche Urwüchsigkeit. In den 1950er Jahren kultivierten riesengroße Dampfpflüge das Moor rund um die Stadt, machten es urbar für Ackerbau und Viehhaltung; der Grundstein für späteren Aufschwung und Wohlstand.

Die Stadt Friesoythe hat Geschichte geschrieben: Vor 699 Jahren, am 13. September 1308, schlug ihre Geburtsstunde. Schon damals hatte sich bereits entlang den Ufern der Soeste ein Ort entwickelt, deren geschäftstüchtigen Bewohnern der kleine Fluss die Tür zur großen Welt des Handels öffnete. Mit Torfkähnen exportierten die Schmiedehandwerker ihre Sensen und Sicheln, wurde der vor den Toren abgebaute Torf auf demselben Weg an ferne Abnehmer vermarktet.

An jenem legendären 13. September aber drückten die Tecklenburger Grafen ihr Siegel auf einen Geleitbrief für Osnabrücker Kaufleute, die die Märkte in Friesoythe sicheren Weges erreichen wollten. In diesem Schreiben wird Friesoythe erstmals urkundlich als Stadt erwähnt. Ihre verkehrsgünstige Lage am stark frequentierten Handelsweg zwischen Osnabrück und Ostfriesland brachte der Stadt mittelalterliche Blüte. Die wirkte fort, bis in das 20. Jahrhundert.

Dann wendeten die Nationalsozialisten auch Friesoythe. Da unterschied sich die Stadt nicht von vielen anderen Kleinstädten. Auf dem Marktplatz wehten die Fahnen mit dem Hakenkreuz. Auf dem Horst-Wessels-Platz fanden Paraden statt, die Hitlerjugend trat zur Körperertüchtigung an. Später, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, standen dort viele hölzerne Baracken: Notunterkünfte. Die Stadt war dem Erdboden gleich gemacht. Kanadische Truppen hatten im April 1945 einen Feuersturm entfacht. 90 Prozent des Stadtkerns waren völlig zerstört.

Es folgten die Wirtschaftswunderjahre: Die Bewohner bauen ihre Stadt wieder auf. Friesoythe wird Einkaufszentrum für ein großes Umland, Mittelzentrum im Norden des Landkreises Cloppenburg. Siemens baut ein Kabelwerk. Hunderte Arbeitsplätze entstehen. Heute gehört die Fabrik zum Leoni-Konzern, fertigt erfolgreich Spezialkabel für den Weltmarkt. Andere größere Firmen bieten Jobs in der Tierarzneiherstellung, der Fleischverarbeitung, der Bauwirtschaft, der Landwirtschaft und natürlich im Handel und im Dienstleistungsbereich. Die Stadt verfügt über ein modernes Krankenhaus.

Friesoythe ist auch Schulstadt: Tausende Schüler pendeln täglich zum Albertus-Magnus-Gymnasium, zur Realschule, den Berufsbildenden Schulen mit den vielen Fachrichtungen oder besuchen eine der elf Grundschulen.

Das Jahr 1974 war ein einschneidendes Jahr für Friesoythe. Die kommunale Gebietsreform schmiedete aus der Stadt Friesoythe und fünf umliegenden Gemeinden eine Großkommune. Zu Friesoythe kamen Altenoythe, Markhausen und Neuscharrel hinzu sowie die aus dem benachbarten Landkreis Aschendorf-Hümmling herausgelösten Gemeinden Neuvrees und Gehlenberg. Es brauchte viele Jahre, bis das Kirchturmsdenken überwunden war.

33 Jahre später präsentiert sich Friesoythe als Einheit, als aufgeschlossene und aufstrebende Stadtgemeinde. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig. Dennoch gibt es auch hier Bedürftigkeit: Die Caritas-Lebensmittelhilfe versorgt täglich Hunderte.

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Und sonst geht in der Stadt Friesoythe alles seinen gewohnten Gang: Die CDU regiert seit Jahrzehnten mit souveräner Mehrheit. Seit der letzten Kommunalwahl besetzt sie 23 Sitze im Stadtrat, elf gehören der SPD. Die Stadt ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Inzwischen leben in Friesoythe rund 21 000 Menschen, gut 30 Prozent der Bewohner sind Spätaussiedler aus Staaten der früheren Sowjetunion. Die vielen Vereine sind da willkommene und erfolgreiche Integrationshelfer.

Am alten Rathaus in der Stadtmitte zählt weithin sichtbar eine digitale Uhr die Tage rückwärts bis zum Beginn des Jubiläumsjahres. Ab dem 1. Januar 2008 schreibt die Stadt Friesoythe ein neues Kapitel ihrer dann 700 Jahre alten Geschichte. Gefeiert wird ein ganzes Jahr lang, besonders aber am 13. September, dem Geburtstag der Stadt Friesoythe.

Heinz-Josef Laing Friesoythe / Redaktion Münsterland
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