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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Sorge um Zukunft der regionalen Milchviehbetriebe

03.07.2019

Elsfleth Es geht um die Zukunft der regionalen Milchviehwirtschaft. Über das Thema Wirtschaftsgrünland, genauer gesagt den Spagat zwischen Naturschutz und Wirtschaftlichkeit diskutierten am Dienstag im Landkreis Wesermarsch mehrere Experten der Landwirtschaft. Zu einer Hofbesichtigung hatte Landwirt Dirk Hanken, Betriebsleiter und Vorstandsmitglied der Kreislandvolkverbands Wesermarsch, auf seinen 167 Hektar großen Grünland- und Milchviehhof in Elsfleth-Birkenheide eingeladen, auf dem er 230 Milchkühe hält.

Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen in Deutschland, wo Grünland gegenüber Ackerland oft eine untergeordnete Rolle spielt, dominiert diese Landschaftsform in den Küstenlandkreisen. Das Grünland ist die wirtschaftliche Grundlage der hiesigen landwirtschaftlichen Betriebe: Sie erzeugen aus Gras Milch und Fleisch und damit eine hohe Wertschöpfung für die Region. Grünlandflächen sind zudem ökologisch wertvoll: Sie bieten einer Vielfalt an Pflanzen und Tieren Lebensraum, sie speichern Kohlenstoff und durch die geschlossene Pflanzendecke verhindern sie Erosion.

Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, und Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, waren nun auf Einladung des Kreislandvolkverbands Wesermarsch und des Landvolks Niedersachsen zu Gast in der Wesermarsch. Mit Vertretern der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, des Landvolks Niedersachsen, des Grünlandzentrums Niedersachsen-Bremen, der Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch und des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland sprachen sie auf dem Elsflether Hof und im Grünlandzentrum in Ovelgönne u.a. über die Auswirkungen der neuen Bundes-Düngeverordnung (2017) auf die hiesige Landwirtschaft.

Da es sich bei den besagten Grünlandflächen um Moorböden mit einem hohen natürlichen Humusgehalt handelt, gelten hier besonders strenge Grenzwerte bei der Düngung. Doch mit 145 kg Stickstoff pro Hektar käme man nicht aus. Es müsse nachjustiert werden, um auch zukünftig wirtschaftlich und nachhaltig Milch und Fleisch produzieren zu können, sagte u.a. Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Wesermarsch.

Die aktiv bewirtschafteten Grünland-Moorböden in der Nordseeküstenregion hätten einen höheren Anspruch an die Düngung, da das angebaute Gras als hochwertiges Futter für die Milchkühe genutzt werde, erläuterte Manfred Ostendorf, Geschäftsführer der Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch. Diesen Düngebedarf könne man nicht gleichsetzen mit anderen Regionen und landwirtschaftlich genutzten Böden in Deutschland, wie zum Beispiel Ackerland. „In der Praxis führt das dazu, dass ich weniger Futter für meine Tiere in schlechterer Qualität ernte“, schilderte Hanken. „Ich wünsche mir daher mehr Flexibilität“, sagte Ostendorf im Hinblick auf die Umsetzung der Düngeverordnung.

Passiere dies nicht, bestehe die Gefahr, dass sich landwirtschaftliche Betriebe nach und nach aus der Produktion verabschiedeten, so Frieslands Kreislandvolk-Vorsitzender Hartmut Seetzen: „Dann verlieren wir nicht nur die regionale Wertschöpfung und unsere vielfältige Kulturlandschaft, sondern auch das regionale Produkt Milch, das vor Ort hergestellt und auf kurzen Wegen verarbeitet wird.“ Die Nitratwerte im Grundwasser in der hiesigen Grünland-Küstenregion liegen im unkritischen Bereich. In der Wesermarsch seien es 0,5 Milligramm pro Liter (Grenzwert: 50 mg), führte Ostendorf aus

Man sei im Diskurs mit der EU-Kommission über die Ni­tratrichtlinie und die Düngeverordnung, so Aeikens. Ausnahmen für das Grünland habe die Kommission aber bisher noch nicht akzeptiert.

Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
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