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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

„Wir kriegen das Schiff wieder auf Kurs“

09.02.2019

Elsfleth Ein bisschen Ruhe, das wünschen sich wohl alle Mitarbeiter der Elsflether Werft. Denn in den vergangenen Wochen war das Unternehmen immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Um die ehemalige Führung des Unternehmens spannt sich ein undurchsichtiges Firmengeflecht, Betrugs- und Untreuevorwürfe stehen im Raum. Zwei Staatsanwaltschaften – Hamburg und Osnabrück – sind mit den Ermittlungen beschäftigt.

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Die alles entscheidende Frage aber ist zurzeit: Wie geht es mit der mehr als 100 Jahre alten Werft weiter? Vor allem mit dem seit Januar 2016 auf dem Trockenen liegenden Segelschulschiff „Gorch Fock“? Antworten dazu gaben am Freitag Betriebsratschef Ralf Templin und Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, nach einer Betriebsversammlung auf dem Firmengelände, bei der auch der neue Vorstand anwesend war.

Deutlich wurde: Der Blick geht nach vorn. „Zu laufenden Verfahren äußern wir uns nicht, das ist Sache der Staatsanwaltschaft“, erklärte Templin. Und das undurchsichtige Firmengeflecht? „Davon distanzieren wir uns“, sagte er.

Stattdessen wurde Zuversicht verbreitet: Der neue Vorstand sei gesprächsbereit, die Stimmung in der Belegschaft sei gemischt. In erster Linie geht es darum, die Arbeitsplätze zu sichern und das Unternehmen wieder in ruhigere Gewässer zu bewegen. Allein auf der Werft geht es um 130 Jobs, hinzu kommen schätzungsweise 500 weitere bei Zulieferern in der Region.

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Daher dürfe der Topauftrag, die Instandsetzung der „Gorch Fock“, unter keinen Umständen verloren gehen. Die Gefahr allerdings, dass genau das passiert, ist durchaus gegeben. Die Kosten und der Zeitplan sind vollkommen aus dem Ruder gelaufen. Die Sanierung des Dreimasters, der momentan im Dock der Bredo-Werft in Bremerhaven liegt, sollte ursprünglich zehn Millionen Euro kosten, inzwischen ist aber von bis zu 135 Millionen Euro die Rede.

Momentan, erklärte Templin, sei der Stahlrumpf zu 85 bis 90 Prozent fertiggestellt. Ob es mit der Instandsetzung weitergeht, entscheidet sich laut Geiken vermutlich am 20. Februar, wenn sich der Verteidigungs- und der Haushaltsausschuss mit dem Thema befassen. Dieses Datum sei bei der Betriebsversammlung genannt worden. Momentan gibt es einen Zahlungsstopp, daher werde auch nicht an dem Schiff gearbeitet.

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Für das Okay müsse das Projektteam „Gorch Fock“ schnellstmöglich Zahlen zusammentragen, um der Marine eine Summe nennen zu können, für die das Schiff fertiggestellt werden kann. Und die Marine ist extrem wichtig für die Werft. Nur etwa 20 Prozent der Aufträge kommen aus dem zivilen Bereich. „Etwa 80 Prozent sind von der Marine“, sagte Templin.

Am Donnerstag hatte sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erneut ein Bild vom Zustand des Segelschulschiffs gemacht. Von der Leyen hatte betont, dass die neue Werftleitung die Möglichkeit erhalten müsse, sich einzuarbeiten und die Chance bekommen müsse, Zahlen und Fakten zu präsentieren sowie Transparenz herzustellen.

Meinhard Geiken warnte davor, dass Insolvenzgefahr bestehe, sollten Aufträge in der Größenordnung der „Gorch Fock“ wegbrechen. Doch so weit soll es nicht kommen. „Ich will nicht, dass die Leute den Kopf in den Sand stecken. Ich denke, wir kriegen das Schiff wieder auf Kurs“, sagte Templin.


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Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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