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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Ausweichquartier für die Rohrdommel

08.01.2019

Elsfleth /Wilhelmshaven In Wilhelmshaven laufen längst die Vorbereitungen für eine Erweiterung der Industrie- und Gewerbeflächen am Jade-Weser-Port. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch das rund 400 Hektar große derzeitige Vogelschutzgebiet „Voslapper Groden Süd“. Um dieses für industrielle und gewerbliche Zwecke nutzen zu können, bedarf es an anderer Stelle Ersatzflächen, die entsprechend dem zerstörten Lebensraumtyp entwickelt werden können.

Bei ihrer Suche nach geeigneten Flächen ist die Jade-Weser-Port-Marketing GmbH & Co. KG jetzt in der Wesermarsch fündig geworden: Seit dem 1. Januar ist die JWPM Besitzerin des Elsflether Sands. Die rund 170 Hektar große Halbinsel zwischen Weser und Hunte soll den geschützten sumpf-bewohnenden Vogelarten aus dem „Voslapper Groden“ einen Lebensraum bieten, allen voran der vom Aussterben bedrohten Großen Rohrdommel.

Rund 115 Hektar der Halbinsel vor Elsfleth seien das „wesentliche Teilprojekt bei der Bereitstellung von geeigneten Kohärenzflächen“, teilte JWPM-Geschäftsführer Andreas Bullwinkel bei einem Pressegespräch in Brake mit. Auch wenn die Planungen noch ganz am Anfang stünden, verfolge man neben dem Naturschutz zwei weitere Ziele: Das Gebiet soll auch touristisch aufgewertet werden und die Zugänglichkeit – insbesondere der beliebten Sandstrände – soll erhalten bleiben.

Der Elsflether Sand komme der Planung sehr entgegen, so Bullwinkel. Eine rund 60 Hektar großen Teilfläche im Norden der Halbinsel sei bereits eine naturfachlich relevante Fläche. Die derzeit landwirtschaftlich genutzte übrige Fläche wird erfasst, beplant und entsprechend umgestaltet.

Der Zeitplan zur Umsetzung hängt von der weiteren Entwicklung in Wilhelmshaven ab. Es dürften aber auf jeden Fall noch mehrere Jahre vergehen, bis die eigentlichen Arbeiten auf dem Elsflether Sand beginnen. Eine Kostenschätzung gibt es noch nicht.

Ob sich die geschützten Rohrdommeln (und weitere fünf Vogelarten) dann ansiedeln, bleibt der Natur überlassen. Umgesiedelt werden sie nicht. Beispielhaft könnte eine andere Ausgleichsfläche für den Tiefwasserhafen auf Elsflether Gebiet sein: An der Bundesstraße 212 ist im Jahr 2013 eine alte Tongrube für rund 750 000 Euro ökologisch aufgewertet worden. Bis die erste Rohrdommel nachgewiesen werden konnte, dauerte es allerdings.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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