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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Ausmaß der Havarie weit größer

07.02.2019

Emden /Den Haag Gut einen Monat nach der Havarie des Containerschiffes MSC Zoe machen die Bergungsarbeiten in der Nordsee erste Fortschritte. Nach Angaben des niederländischen Ministeriums für Verkehr und Wasserwirtschaft in Den Haag ist die Erforschung mit Sonargeräten vor der Emsmündung sowie nördlich der niederländischen Wattenmeerinsel Terschelling abgeschlossen. Auf dem Meeresboden seien in diesem Bereich nun alle Objekte verortet und in der Fahrrinne der Ems seien keine Container gefunden worden, sagte ein Behördensprecher in Emden.

Zeitgleich wurde am Mittwoch allerdings bekannt, dass der Frachter am 2. Januar auf dem Weg nach Bremerhaven weitaus mehr Container verloren hat, als bisher bekannt. Wie die Reederei am Mittwoch mitteilte, sei nach der Entladung des Schiffes in Danzig aufgefallen, dass mindestens 345 Container fehlen, darunter zwei mit gefährlichen Stoffen wie giftigen Chemikalien und Batterien. Bisher war von 291 Containern die Rede. Eine endgültige Liste der verloren gegangenen Container wurde für nächste Woche angekündigt.

Die meisten Container brachen nach dem Sturz im Wasser auseinander. Das sei erwartet worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Den Haag: „Der Fall der Container vom Schiff auf den Meeresboden ist mit einem Sturz vom zwölften Stock eines Hochhauses vergleichbar.“ In der Folge war tonnenweise Müll an die Strände der ostfriesischen Inseln angespült worden, darunter Kriegsspielzeug, Plastikschrott und Verpackungsreste.

Bislang wurden 23 große Stücke von Containern geborgen sowie auch zahlreiche Stücke der Ladung wie Autoteile. Der Großteil der Container und der Fracht liegt nach Angaben der Behörden in der Fahrrinne nördlich von Terschelling. Zunächst soll die Ladung und der Müll vom Meeresboden geborgen werden. Dabei werde auch ein Unterwasser-Roboter eingesetzt, sagte der Sprecher. „Zwei Bergungsschiffe sind Tag und Nacht im Einsatz.“ Die Bergungsaktion, die von der Reederei bezahlt wird, werde voraussichtlich noch mehrere Monate dauern.

Momentan haben die Experten jedoch noch nicht einmal alle Container geortet. Auch die beiden Boxen mit Gefahrgütern wurden bisher nicht entdeckt. Zuletzt hatten Greenpeace-Taucher danach vergeblich gesucht.

Auf deutscher Seite sorgen sich die Fischer um eine unkontrollierte Verteilung der Bruchstücke. Das könnte zu gefährlichen Situationen beim Schleppen der Netze führen. Immerhin seien die Hauptfahrrinnen der Ems frei, für die Schifffahrt bestehe keine Gefahr, sagte am Mittwoch Helmut Olthoff vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden. Eine unbekannte Zahl von verdächtigen Objekten soll aber noch vor Borkum in der Nähe des Offshore-Windparks Riffgat liegen. Die deutschen Behörden wollten daher die niederländischen Berger bitten, ein Bergungsschiff in dieses Gebiet zu schicken.

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