• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Kommunen: Bürger retten Freibad in Emden

25.05.2020

Emden Die ersten Freibäder in Niedersachsen öffnen zwar wieder, aber die Stilllegung von Bädern schreitet vielerorts auch unabhängig von der Corona-Krise voran. In einigen Kommunen gelingt es jedoch, das Bädersterben abzuwenden oder zu verzögern – dann ist oft bürgerschaftliches Engagement am Werk. Fördervereine greifen den klammen Städten und Gemeinden, den Trägern der öffentlichen Bäder, unter die Arme.

Dank eines solchen Engagements gibt es ein Happy End für das Freibad im Emdener Stadtteil Borssum. In der maroden Anlage hatte die DLRG einen Videoclip gedreht, um anschaulich ihrer Forderung „Rettet die Bäder!“ Nachdruck zu verleihen. Nun wird saniert, auch der Bund schießt Geld zu, im Mai 2022 soll Wiedereröffnung sein. Zum Konzept gehört, dass ein Förderverein nach Angaben der Stadt künftig „handfeste Unterstützung“ bei der Pflege von Rasen, Anlagen und Gebäude leistet. Er will das Bad mit Strandkiosk und Sportveranstaltungen attraktiv machen.

In den beginnenden Corona-Sommer gehen Kommunen wie Förderer mit Bangen. Welches Loch der Schwimmbetrieb dieses Jahr in die Kassen reißen wird, ist ungewiss.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) stemmt sich seit Langem gegen das Bädersterben. Jährlich machen nach DLRG-Angaben in Deutschland etwa 80 Hallen- und Freibäder dicht. Damit verschwinden Freizeitmöglichkeiten; es gibt weniger Orte, an denen überhaupt das Schwimmen erlernt werden kann. Die DLRG setzt sich für ein milliardenschweres Paket von Bund, Ländern und Kommunen ein, um eine flächendeckende Versorgung mit öffentlichen Bädern zu sichern.

Aktuell gibt es in Niedersachsen 337 Hallenbäder und 324 Freibäder, wie der Bäderatlas der Deutschen Gesellschaft für das Bäderwesen ausweist. Landesweite Zahlen zu Schließungen der vergangenen Jahre gibt es nicht. Die Landesregierung hat 2019 ein Programm mit 100 Millionen Euro aufgelegt, um Sportstätten und Schwimmbäder zu sanieren. DLRG-Sprecher Achim Wiese sieht die Kommunen in der Pflicht, ihre Schwimmbäder zu erhalten. „Betriebswirtschaftlich rechnet sich ein Bad fast nie“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. „Auch eine Stadtbibliothek rechnet sich nicht oder ein Theater.“ Nach DLRG-Auffassung gehöre aber das alles zur Daseinsfürsorge.

Dem widerspricht der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund. „Es ist eine freiwillige Aufgabe“, sagt Sprecher Thorsten Bullerdiek. Aber natürlich seien Bäder eine wichtige Einrichtung. „Jede Verwaltung ist eigentlich bemüht, Bäder zu erhalten“, sagt er. Den Einsatz von Bürgern für ihre Bäder sehen Gemeindebund wie die DLRG als sinnvolle Ergänzung. Bullerdiek verweist auf das Hallenbad in Nörten-Hardenberg (Kreis Northeim), das seit Langem erfolgreich von einer Genossenschaft betrieben wird.

Aktuell wird in Bergen bei Celle über die Schließung des Hallenbades diskutiert, aber Bürgermeisterin Claudia Dettmar-Müller (parteilos) sucht nach Auswegen. „Es wäre ein Jammer, das Bad zu schließen“, sagte sie der dpa. Probleme hat der Bau von 1979 genug. Die Kosten für eine Sanierung betragen etwa eine Million Euro.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.