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Umweltgifte: Erhöhte Krebsrate in Nähe von Erdgasförderung

26.09.2014

Hemslingen Kühe und Pferde grasen auf Weiden mitten im Ort, Kinder toben vor den Häusern. Silke Döbel winkt aus ihrem Auto den Nachbarn zu. Auf ihrer Fahrt durch Hemslingen (Landkreis Rotenburg) kommt sie an hübschen Einfamilienhäusern und Bauernhöfen vorbei. Immer wieder zeigt sie währenddessen auf einzelne Häuser: „Die Frau hat auch Krebs.“

Dass etwas in Hemslingen nicht stimmt, vermuten die Bürger schon länger. Doch jetzt haben sie Gewissheit: Es gibt überdurchschnittlich viele Krebsfälle in der Samtgemeinde Bothel, zu der der rund 1400 Einwohner zählende Ort gehört.

Das hat eine Untersuchung des niedersächsischen Krebsregisters kürzlich ergeben. Danach erkrankten 41 Männer von 2003 bis 2012 an Leukämie und Lymphomen. Fast doppelt so viele wie statistisch zu erwarten gewesen wäre.

Das Ergebnis hat die Menschen in der Region aufgerüttelt. Döbel, die zusammen mit einer Reihe anderer Bürger für die Untersuchung gekämpft hat, verbringt seither noch mehr schlaflose Nächte. „Es gibt eine Ursache dafür. Nur welche?“, fragt sie sich. Einen Verdacht haben viele: Der Ort, auf etwa halber Strecke zwischen Bremen und Lüneburg gelegen, ist umringt von 20 Erdgasförderstätten.

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Im Sommer hatte das Landesbergamt erhöhte Quecksilberwerte an zwei Bohrplätzen von Exxon Mobil gemessen. Der giftige Stoff kommt natürlicherweise in Erdgaslagerstätten vor und gelangt bei der Förderung an die Oberfläche. Doch auch andere Substanzen wie Benzol könnten austreten, erläutert Kathrin Otte vom Gemeinnützigen Netzwerk für Umweltkranke, die sich für die Krebsstudie in Bothel stark gemacht hat.

Das niedersächsische Gesundheitsministerium sieht zurzeit keinen Zusammenhang zwischen der erhöhte Krebsrate in Bothel und der Erdgasförderung. Es will diesen aber auch nicht ausschließen. Experten sollen jetzt die Ursache für die vielen Krebserkrankungen finden.

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