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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

EWE feuert Vorstandschef Brückmann

23.02.2017

Oldenburg Die Entscheidung ist gefallen: Matthias Brückmann ist ab sofort nicht mehr Chef der EWE. Der Aufsichtsrat des Oldenburger Energieversorgers beschloss am späten Mittwochabend den Rauswurf des 54-Jährigen, der seit Oktober 2015 an der Spitze des Konzerns stand. Das Votum für die fristlose Entlassung fiel nach NWZ-Informationen einstimmig mit 20:0.

Brückmann stolperte über eine eigenmächtig veranlasste 253.000-Euro-Spende an die Klitschko-Stiftung. Darüber hinaus warf der Aufsichtsrat Brückmann „eine Vielzahl diverser grober Verfehlungen“ vor. Brückmanns Anwalt hatte bereits während der Sitzung angekündigt, im Falle einer Entlassung Klage dagegen einzureichen.

Nach unbestätigten Informationen aus der Sitzung hat Brückmann nach der fristlosen Kündigung keine weiteren Zahlungen von EWE zu erwarten.

Vertagt hat der Aufsichtsrat die Besetzung der zwei vakanten Posten im EWE-Vorstand, für die EWE-Netz-Chef Torsten Maus und der Vorstand der Bremer Stadtwerke, Timo Poppe, im Gespräch sind. „Wir haben ein großes Interesse daran, diese beiden Personalien möglichst kurzfristig zu klären, und sind mit zwei Kandidaten weiter im Gespräch“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Stephan-Andreas Kaulvers. „Beide haben uns aktiv angeboten, ihre Bereitschaft zur Übernahme des Vorstandsmandats in Absprache und im Einvernehmen mit uns ruhen zu lassen.“

Hintergrund sind Berichte über Korruptionsverdacht bei der Konzerntochter EWE-Netz GmbH. Maus als EWE-Netz-Chef und Poppe als ehemaliger EWE-Generalbevollmächtigter für Infrastruktur wollen demnach zunächst abwarten, was die Ermittlungen der Konzernrevision ergeben. Kaulvers kündigte an, die Vorwürfe „rückhaltlos aufzuklären“. Auch die Staatsanwaltschaft Oldenburg hatte Ermittlungen angekündigt.

Ein Aufsichtsratsmitglied zeigte sich gegenüber der NWZ erleichtert darüber, dass „das tragische Kapitel Brückmann“ beendet sei. „Jetzt steht die Aufklärung der Anschuldigen gegen EWE-Netz im Zentrum, um einen echten Neustart möglich zu machen.“

Brückmanns Anwalt Dr. Bernd-Wilhelm Schmitz sagte am späten Abend: „Wir bedauern diese Entscheidung. Die gegenüber Herrn Brückmann erhobenen Vorwürfe sind völlig haltlos. Der Widerruf seiner Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden und die Kündigung seines Anstellungsvertrages sind daher unbegründet.“ Schmitz wies zudem darauf hin, dass der Aufsichtsrat in der Sitzung gar keine Entscheidung hätte treffen dürfen, da Brückmann eine Stellungnahme zu den Vorwürfen vor Ort verweigert worden sei.

Der Konzern wird vorerst von zwei (statt normalerweise fünf) Vorstandsmitgliedern geführt: Michael Heidkamp und Wolfgang Mücher. Hinzu komme eine „sehr funktionsfähige zweite Ebene“, sagte Aufsichtsratschef Kaulvers nach mehrstündiger Sitzung im EWE-Gebäude an der Amalienstraße der NWZ.

Kaulvers geht davon aus, dass Brückmanns Zusage, die 253.000 Euro für die Klitschko-Spende aus eigener Tasche zu erstatten, weiterhin gilt. Wenn nicht, werde man den Betrag zurückfordern.

„Wir schauen nun nach vorne und nehmen uns die erforderliche Zeit, die es braucht, um ein kompetentes und kraftvolles Vorstands-Team zusammenstellen, das in der Lage ist, bei Kunden und Mitarbeitern verloren gegangenes Vertrauen in das Unternehmen zurückzugewinnen“, sagte Kaulvers.

Berichte zur EWE-Krise im NWZ-Spezial

Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
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Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
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