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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Ex-EWE-Chef Brückmann fordert 60.000 Euro – vorerst

22.04.2017

Oldenburg Der Fall Brückmann geht in die juristische Verlängerung: Wie erwartet, hat der Ex-EWE-Chef vor dem Landgericht Klage gegen seine fristlose Entlassung eingereicht. Nach NWZ-Informationen macht Brückmann zunächst 60.000 Euro an offenen Gehaltsforderungen geltend; es soll sich dabei um eine ausstehende Monatszahlung handeln. Insgesamt wird das Jahreseinkommen des EWE-Vorstandschefs auf 1 bis 1,5 Millionen Euro geschätzt.

Klitschko-Affäre: Ein Schlussstrich bei EWE – vorerst

In EWE-Kreisen vermutet man hinter Brückmanns Beschränkung auf eine Monatsforderung „gängige juristische Taschenspielertricks“, mit denen die Gerichtskosten niedrig gehalten werden sollen. Sollte das Gericht Brückmanns Argumentation folgen und seine Entlassung als rechtswidrig einstufen, könnte der Ex-Vorstandschef weitere finanzielle Ansprüche anmelden.

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Brückmann war im Februar 2017 gefeuert worden, weil er eigenmächtig eine Spende in Höhe von 253.000 Euro an die Klitschko-Foundation angewiesen hatte. Der EWE-Aufsichtsrat hatte mit 20:0 für den Rauswurf gestimmt. Brückmanns Anwalt Bernd-Wilhelm Schmitz nannte die Vorwürfe „haltlos“.

Zu der aktuellen Klage gegen EWE äußerte sich Schmitz auf NWZ-Nachfrage nicht, ebenso wenig wie Brückmanns Krisen-Manager Bela Anda. Die EWE bestätigte gegenüber der NWZ den Eingang der Klage und nannte den Vorgang „erwartbar“.

Verwirrungen gibt es derweil weiter um die Frage, was mit der Klitschko-Spende geschieht. Das Geld liegt nach wie vor bei der Maecenata-Stiftung in München, einem deutschen Dienstleister der ukrainischen Klischko-Foundation für benachteiligte Kinder. Nach der Berichterstattung über den Fall Brückmann hatte Maecenata EWE angeboten, das Geld zurückzuüberweisen, weil die Spende nicht freiwillig erfolgt sei. EWE hatte das Angebot angenommen – bislang ist es aber zu keiner Auszahlung gekommen, die 253.000 Euro liegen immer noch in München.

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„Wir finden es sehr bedauerlich, dass die Klitschko-Stiftung Gegenstand dieser Debatte ist“, sagte ein EWE-Sprecher. Die Leistungen und das Engagement der Stiftung stünden außer Frage. „Da die Spende aber nach EWE-internen Erkenntnissen zweifelsfrei unrechtmäßig zustande gekommen ist, sind wir nun auch juristisch verpflichtet, den Betrag zurückzufordern“, sagte er weiter. Man stehe mit der Geschäftsleitung der Stiftung im Gespräch, um schnellstmöglich eine Lösung zu finden.

253.000 Euro zahlen wollte eigentlich auch Brückmann: Nachdem er wegen der eigenmächtigen Spendenanweisung öffentlich in die Kritik geraten war, hatte er angekündigt, die Summe aus privater Tasche erstatten zu wollen. Er wolle nicht, dass „Kinder in Not, die durch die Klitschko-Foundation unterstützt werden, unter der Diskussion oder meinem persönlichen Fehler leiden müssen“. Nach NWZ-Informationen hat Brückmann bis heute kein Geld überwiesen.

Der Fall Brückmann wird in der kommenden Woche auch noch einmal den EWE-Aufsichtsrat beschäftigen: In seiner Sitzung am Dienstag wird das Gremium unter anderem über den abschließenden Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG diskutieren, die die Vorgänge untersucht hat. Entscheidungen zur Brückmann-Nachfolge oder zur Besetzung der zwei weiteren offenen EWE-Vorstandsposten stehen nicht an. Derzeit besteht der EWE-Vorstand mit Michael Heidkamp und Wolfgang Mücher nur aus zwei Köpfen.

Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020
Marco Seng
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2008

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