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Umwelt: Experten untersuchen Boden an Erdgasförderstellen

28.07.2015

Bothel 200 Erdgasförderplätze lässt das Land Niedersachsen bis Ende 2016 von unabhängigen Experten untersuchen. Im Herbst sollen die ersten Ergebnisse vorliegen – und damit vielleicht endlich Gewissheit für die Menschen in Bothel. In der kleinen Gemeinde gibt es überdurchschnittlich viele Krebsfälle bei Männern. Auch im benachbarten Rotenburg hatte eine Auswertung des Krebsregisters eine solche Häufung ergeben. Die Ursache ist unbekannt. Doch die Bürger hegen schon länger den Verdacht, dass die Erdgasförderung in der Region dafür verantwortlich sein könnte.

„Die Sorgen der Bürger werden sehr ernst genommen“, sagt der Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), Andreas Sikorski. Rund 600 000 Euro kostet die Messkampagne. In der Regel werden zehn Proben an jeder Förderstelle gezogen, entlang des Zauns und in angrenzenden Feldern und Wäldern. Getestet wird im Labor auf Schwermetalle wie Blei und Quecksilber, Kohlenwasserstoffe, Dioxine und Radioaktivität.

455 Förderstätten in Niedersachsen

Aus Niedersachsen stammen etwa 95 Prozent des deutschen Erdgases. 455 Förderstätten gibt es in dem Bundesland. Die meisten davon liegen in den Gebieten Weser-Ems, Elbe-Weser und westlich der Ems.

An 200 Förderstellen sollen Experten den Boden auf Schadstoffe untersuchen. Dabei handelt es sich um Schwermetalle wie Blei und Quecksilber, Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Dioxine und Radioaktivität.

Bürgerinitiativen halten das für einen längst überfälligen Schritt. Im vergangenen Frühjahr hatte das LBEG an vier Förderstätten erhöhte Quecksilberwerte gemessen. Die Behörde will diese jetzt genauer untersuchen, um zu klären, ob der Boden ausgetauscht werden muss. Andreas Ratjens schaut deshalb am Montag genau hin, als die Experten mit den Bodenproben in Bothel beginnen. „Wir haben kein Vertrauen mehr“, sagt der Bauer, der sich beim Netzwerk für sauberes Trinkwasser engagiert.

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Ratjens ist froh, dass das LBEG die Förderstätten endlich systematisch untersucht, bleibt aber skeptisch: „Was ist mit dem Wasser, was mit der Luft?“, fragt er.

LBEG-Präsident Sikorski hält das jedoch nicht für notwendig. „Der Boden vergisst nicht“, sagt er. Wenn Schadstoffe ausgetreten seien, seien diese im Boden nachweisbar. Dass zunächst nur 200 der 455 Förderplätze untersucht werden, können die Bürgerinitiativen nicht nachvollziehen. Wann und ob die übrigen folgen werden, steht noch nicht fest.

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