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Laster umgekippt – Sperrung der A1 bis zum Nachmittag
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Aktualisiert vor 2 Minuten.

Unfall Bei Vechta
Laster umgekippt – Sperrung der A1 bis zum Nachmittag

NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Faktencheck: Stimmen Erste-Hilfe-Mythen?

21.08.2018

1. Das Lied „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees gibt den Rhythmus für die Herz-Druck-Massage vor.

„Das wird in der Tat heute noch angewendet von einigen Kollegen, die haben das Lied im Ohr. Allerdings geben die neuen Wiederbelebungs-Richtlinien einen Rhythmus von 30 Mal drücken und zwei Mal beatmen vor, so dass man nicht mehr nach Melodie drückt, sondern einfach zählt“, sagt Notfallarzt Dr. Thomas Henke. Wer also das Lied im Ohr hat, macht prinzipiell nichts falsch – wenn er denn auch mitzählt.

Dabei gilt: Drücken ist erstmals wichtiger als Beatmen. Kein Mythos ist dagegen, dass bei dieser Wiederbelebung auch Rippen brechen können. Davor müsse jedoch niemand Angst haben. „Leben retten geht natürlich vor. Denken Sie aber an ältere Patienten. Die haben schon eine etwas eingeschränkte Elastizität des knöchernen Skelettsystems, und da brechen die Rippen sehr häufig und sehr leicht,“ beruhigt der Experte diejenigen, die Angst haben, etwas falsch zu machen.

Fazit: Mehr oder weniger wahr

2.Knochenbrüche sofort schienen – etwa mit einem Ast aus dem Wald.
   

Keine gute Idee, sagt Dr. Thomas Henke. Denn es könnte eventuell Nerven oder Gefäße mit beschädigt sein. Das Bein sollte lediglich ruhig gestellt werden, bis der Rettungsdienst eintrifft. Der habe laut Henke die nötige Ausrüstung und die richtige Ausbildung, um einen Bruch fachmännisch zu versorgen. „Als Laie würde ich nicht versuchen, den Bruch gerade zu richten – das kann schief gehen.“

Fazit: Falsch
   

3.Einen Luftröhrenschnitt zur Not mit dem Kugelschreiber machen.

„Ich glaube das gehört in die Welt von James Bond“, sagt Dr. Thomas Henke und lacht. Untersuchungen hätten gezeigt, dass ein Kugelschreiber keine normale Hautschicht durchdringen könnte: „Der ist einfach nicht scharf genug“, erklärt der Notfallarzt.

Als Tubus-Ersatz eignet sich die Kugelschreiber-Hülse hingegen schon. „Wenn man einen Hautschnitt macht und die Luftröhre sieht, kann es funktionieren. Aber so, wie man es bei MacGyver oder beim Tatort gelernt hat, das funktioniert so nicht“, ist sich der Notfallarzt sicher.

Fazit: Falsch

4.Zecken lassen sich durch das Beträufeln mit Seife oder Öl leicht entfernen.

Davon rät Dr. Thomas Henke ab: „Wenn die Zecke Virusträger ist, kann es durchaus sein, dass man dadurch erst die Infektion provoziert.“ Denn durch das Beträufeln der Zecke mit Flüssigkeit werden die Atemwege der Zecke blockiert, sie bekommt Panik und erbricht sich in den Wirt. Und so können die gefährlichen FSME-Borreliose-Erreger in den Körper des Menschen gelangen.

„Eine Zecke gehört entfernt – und zwar vollständig“, sagt der Notfallarzt. Dabei sei es laut Experte völlig egal, ob man den ungebetenen Gast mit einem Dreh nach links oder rechts entferne oder einfach nur zieht. Aber Vorsicht: Patienten würden die Zecke häufig am Hals entfernen, das Gebiss bleibt dann in der Haut. Deswegen rät Dr. Henke, mit einer Zecke immer zum Arzt zu gehen, um sie fachmännisch entfernen zu lassen.


Fazit: Falsch

5.Das Gift nach einem Schlangenbiss sollte ausgesaugt werden.

Schlangenbisse sind in unseren Regionen sehr selten. Wenn es doch einmal passiert – etwa wenn ein Tier aus seinem Terrarium entweicht –, hat das Saugen keine Wirkung, denn das Gift wirkt sofort systemisch, erläutert Dr. Thomas Henke. Das Gift landet sofort im Blutkreislauf. „Ein Schlangenbiss gehört sofort ärztlich behandelt. Wir halten hier Antiseren vor“, erläutert er. Die Wunde sollte, sobald der Rettungsdienst alarmiert ist, gespült und sauber gemacht werden. Man solle nicht versuchen die betroffene Stelle abzudrehen oder abzubinden – das bringt nichts.


Fazit: Falsch

Mareike Wübben
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003
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