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Protest: Fleischkonzern sagt die Sonntagsarbeit in Essen ab

24.02.2012

ESSEN Der Fleisch-Konzern Danish Crown hat seine Pläne, am Standort Essen (Landkreis Cloppenburg) zukünftig auch sonntagabends schlachten zu lassen, wieder aufgegeben. Nach Angaben von Geschäftsführer Jürgen Focke haben sich die neuen Arbeitstaktzeiten, die an drei Tagen getestet worden waren, in der Praxis nicht bewährt. Der Sonntag bleibt schlachtungsfrei.

Die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) und Gewerkschaften hatten Anfang der Woche für Sonntag, 26. Februar, eine Mahnwache am Werkstor von Danish Crown in Essen angekündigt, um gegen die Sonntagsarbeit zu protestieren.

Daraufhin hatte sich am Mittwoch Weihbischof Heinrich Timmerevers mit den Protesten solidarisiert und alle, die sich betroffen fühlen, aufgefordert, sich an der Mahnwache (Beginn 21 Uhr), zu beteiligen. Unterstützung erhielt Timmerevers vom Bischof der Evangelischen Landeskirche, Jan Janssen.

„Die Mahnwache wird es am Sonntag geben“, betonte Clemens Olberding, KAB-Landesvorsitzender. Man wolle, so Olberding, weiter auf das Problem der zunehmenden Sonntagsarbeit aufmerksam machen: „Danish Crown war ja für uns nur der Aufhänger.“

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Und die Aufregung in der christlichen Bevölkerung des Oldenburger Landes über das Thema Sonntagsarbeit reißt nicht ab. Das Komitee Katholischer Verbände, oberstes Gremium der 50 000 verbandlich organisierten Katholiken im niedersächsischen Teil des Bistums Münster, hält mit seinen Mitgliedsverbänden am Mittwoch seine Frühjahrsvollversammlung in Vechta ab – und hat das Thema Sonntagsarbeit Zusätzlich auf die Tagesordnung genommen. Dabei soll ein wirksamerer Sonntagsschutz beraten werden, kündigte Komiteevorsitzende Hildegard Kröger an.

Unterdessen hat sich der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie zu Wort gemeldet. Thomas Vogelsang, Geschäftsführer des Verbands: „Sonntagsarbeit ist nach dem Arbeitszeitgesetz immer von Betrieb zu Betrieb zu begründen und genehmigungspflichtig, deshalb sind generelle Aussagen nicht möglich. Bei Fleisch ist jedoch die Frische entscheidend. In vielen Schlachthöfen, so Vogelsang weiter, müsse deshalb am Sonntag zumindest zerlegt und kommissioniert werden, damit der Handel in ganz Deutschland am Montag frisches Fleisch anbieten könne.

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