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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Klimaschutz: Forscher fordern noch höhere Deiche

28.09.2013

Im Nordwesten /Berlin Mit großen Sorgen blickt Prof. Peter Lemke nach Grönland. „Dort entscheidet sich, wie der Anstieg des Meeresspiegels an der Nordseeküste ausfällt“, betont der Klimaforscher am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Das grönländische Eis schmilzt derzeit mit einer Rate von 100 bis 350 Milliarden Tonnen pro Jahr. Gemeinsam mit Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) kommentierte Lemke am Freitag in Berlin die Folgen des UN-Weltklimaberichts (IPCC) für Deutschland. Die Prognosen für den künftigen Meeresspiegel seinen „wesentlich pessimistischer“ geworden, lautet Lemkes Urteil.

Der Meeresspiegel wird deutlich schneller steigen als bislang gedacht. Im ungünstigen Fall erhöht er sich bis zum Ende des Jahrhunderts um 82 Zentimeter. Mit globalen, riesigen Klimaschutzanstrengungen könnte der Anstieg auf 26 Zentimeter begrenzt werden. Daran glaubt niemand. Im Gegenteil. Anders Levermann vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforscher, Leitautor im Abschnitt Meeresspiegel des IPCC-Berichts, sieht weit drastischere Veränderungen an der deutschen Küste. „Jüngste Studien, die nicht mehr in den Bericht einfließen konnten, zeigen, dass der Meeresspiegel stärker ansteigen könnte – bis auf 1,20 oder 1,50 Meter“, sagt Levermann, der zugleich einen massiven Deichausbau fordert: „Deswegen brauchen wir einen Schutz gegen 1,20 bis 1,50 Meter Meeresanstieg. Das reicht dann bis zum Jahr 2100. Darüber hinaus aber nur, wenn wir bis dahin den Treibhausgasausstoß drastisch verringert haben“. Geologen haben versteinerte Korallen gefunden, die zeigen, dass Ozeane in der letzten Warmzeit vor 120 000 Jahren gut fünf Meter höher standen.

Dieses Szenario soll es künftig häufiger an der Nordseeküste geben: Orkanböen peitschen das Wasser wie hier in Dangast (Kreis Friesland) an die Küste. BILD: Philipp Herrnberger
Dieses Szenario soll es künftig häufiger an der Nordseeküste geben: Orkanböen peitschen das Wasser wie hier in Dangast (Kreis Friesland) an die Küste. BILD: Philipp Herrnberger

Anstieg des Meeresspiegels entscheidet sich in Grönland

Der weltweite Temperaturanstieg wirkt sich unter anderem besonders in Grönland aus. Dort schmelzen die Eismassen unglaublich schnell und heben damit die Meeresspiegel an – auch in der Nordsee.

Bis zu 350 Milliarden Tonnen nimmt der Eispanzer in Grönland derzeit pro Jahr ab. Die Forscher sprechen von einem dramatischen Rückgang des Meereises.

Der Weltklimabericht sagt einen Anstieg des Meeresspiegels um 26 und 82 Zentimeter voraus. Neuere Studien, die der Bericht noch nicht berücksichtigte, sehen viel höhere Werte.

Prof. Lemke sieht noch weitere schwerwiegende Veränderungen für den Nordwesten. Im Norden würden die Temperaturen noch stärker steigen als in anderen Weltregionen. „Hitzewellen und warme Tage werden zunehmen“, sagt Lemke. Aber auch „starke Niederschläge“, Überschwemmungen und Stürme durch eine „Intensivierung des Kreislaufs“. „Bei Nordwestwindlagen wird Wasser künftig stärker in die Küstenregionen gedrückt. Das kann auch Auswirkungen auf den Tidenhub – bis hin nach Oldenburg – haben “, betont der Klimaforscher. Unklar sei noch, „ob es mehr Nordwest-Stürme geben“ werde. Einen schwachen Trost sieht Lemke: „Wir werden keine Tsunamis in der Nordsee erleben, weil das Wasser relativ flach ist. Aber die Wellenhöhe kann ansteigen“.

Als Konsequenz aus den Erkenntnissen des Berichts forderte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Freitag, dass Niedersachsen mehr für den Küstenschutz tun müsse.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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