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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Ganderkesee: Streit um unterirdischen Kadaverbehälter

28.03.2012

IMMER Manuela Hohnholz stinkt´s: Seit September 2011 steht, in unmittelbarer Nähe ihres Wohnhauses an der Straße „Im Fladder“ in Immer (Gemeinde Ganderkesee, Kreis Oldenburg) , ein Kadaverbehältnis, in das täglich tote Puten aus einem nahe gelegenen Mastbetrieb gefüllt würden. „Täglich fährt hier ein Radlader mit den toten Puten vorbei“, so Hohnholz. Besonders stört die Anwohnerin der Geruch. „Wenn die Anlage geleert oder befüllt wird, steht der Deckel des Behälters oft bis zu zwanzig Minuten offen“, erklärt sie ihre Beobachtungen. Für Hohnholz „unerträglich“. „Es kann doch nicht sein, dass so etwas weit von den Putenställen errichtet wird und die Menschen dabei egal sind“, klagt Hohnholz.

Eine gesetzliche Regelung für den Aufstellungsort für Kadaverbehältnisse gibt es aber nicht, so Tierarzt Dr. Gero Leiner vom Veterinäramt des Landkreises Oldenburg. „Allerdings sollten sie nicht in unmittelbarer Nähe der Stallungen stehen, sondern, aus seuchenhygienischen Gründen, eher an den Zuwegungen“, so Leiner. Damit soll vermieden werden, dass die Kadaverwagen in die direkte Nähe der Stallungen kommen, um zu verhindern, dass Tierseuchenerreger von Tierhaltung zu Tierhaltung weiterverschleppt werden. „Um die geruchliche Belästigung zu vermeiden, sind derartige Behältnisse in der Regel mit einem Deckel verschlossen und oft gekühlt“, erklärt der Veterinär weiter.

Die Anlage gehört dem Landwirt Onno Osterloh. Der kann den Ärger seiner Nachbarin nur bedingt verstehen. „Der unterirdische Metallbehälter wird gekühlt und ist luftdicht verschlossen. Es kann also kein Geruch nach draußen gelangen“, erklärt der Landwirt. Bei der Planung der Anlage habe er sich bemüht, auch an die Nachbarn zu denken. Circa 500 Meter von der Anlage entfernt stehen seine Putenställe. Dort zieht der Landwirt Hähne auf. Einmal am Tag werden die Stallungen auf Kadaver kontrolliert. „Die werden dann direkt abtransportiert“, so Osterloh.

Die Sterblichkeitsrate sei in seinen Ställen sehr niedrig. Seit vier Wochen fahren die Radlader mit den Tierkadavern sogar abgedeckt zur Sammelstelle. „Zur Zeit sind die Hähne acht Wochen alt, da wird die Kadavertonne alle zwei Wochen geleert. Wenn die Tiere größer werden, ist die Tonne auch schneller voll, und somit kommt der Wagen häufiger“, erklärt der Landwirt, der selbst in unmittelbarer Nähe zu der Kadaverstelle wohnt.

Osterloh habe auch mit anderen Nachbarn gesprochen, die Manuela Hohnholz’ Eindruck nicht teilen könnten. Im Übrigen werde die Tonne alle zwei bis drei Wochen gereinigt, fügt er hinzu.

Dass die Sammelstelle gegenüber des Hauses von Hohnholz steht, findet auch Osterloh unglücklich. „Wenn der Kreis den Bau einer Anlage an meiner Einfahrt genehmigen würden, würde ich die Stelle sofort umbauen“, so Osterloh. Zur Zeit ist nur gegenüber der Straße „Im Fladder“ eine Überfahrt der Kreisstraße genehmigt.

Veterinär Dr. Gero Leiner bietet an, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln.

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