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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Geflügelpest weitet sich aus

25.12.2016

Vechta /Cloppenburg /Dötlingen Die Vogelgrippe hat über die Weihnachtstage Behörden und landwirtschaftliche Betriebe im Oldenburger Land weiter beschäftigt. Die Behörden griffen bereits am Sonntag durch. Insgesamt müssen als Folge der Geflügelpest über die Weihnachtstage mehr als 50.000 Puten in Niedersachsen getötet werden.

Verdacht im Kreis Cloppenburg bestätigt

Das Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat den Verdacht der gefährlichen Vogelgrippe in einem Geflügelmastbetrieb im Landkreis Cloppenburg bestätigt. Wie Pressesprecher Manfred Böhling auf Nachfrage der NWZ am Montag mitteilte, sei der hochpathogene Erreger vom Typ H5N8 nachgewiesen worden. Betroffen seien ein Betrieb sowie ein Kontaktbetrieb in den Gemeinden Garrel und Bösel. Insgesamt 21.200 Puten in beiden Betreiben müssen getötet werden.

Ab 0 Uhr wird ein sogenannter „Stand-Still“ für die Gemeinde Garrel und Bösel angeordnet. Dieser gilt für 72 Stunden, also bis zum 28. Dezember, 0 Uhr. Gehaltene Vögel dürfen danach in den beiden Gemeindegebieten weder in einen Bestand hinein noch aus einem Bestand heraus verbracht werden.

Tötungen in Dötlingen im Kreis Oldenburg

Die Geflügelpest ist auch in der Gemeinde Dötlingen im Landkreis Oldenburg angekommen. In einem Mastputenbetrieb eines Betreibers aus Vechta hat sich die leichtübertragbare Viruserkrankung bei Geflügel bestätigt.

Am Ersten Weihnachtstag wurden die etwa 10.000 Tiere aus den drei direkt nebeneinander liegenden Stallanlagen von einer Spezialfirma mit Gas getötet. Zur Sicherheit waren auch die drei Ortswehren der Freiwilligen Feuerwehr im Schichtdienst vor Ort. Gemeinde-Pressesprecher Jannis Wilgen: „Das ist eine Sicherheitsmaßnahme. Die Mitarbeiter der Spezialfirma arbeiten unter Atemschutz. Falls es hier Probleme gibt, stehen die Atemschutzgeräteträger unserer Wehren sofort zur Hilfe zur Verfügung.“

Die getöteten Tieren werden in Containern dann zur endgültigen Beseitigung abtransportiert. Das geschieht alles in routiniertem und geordneten Ablauf. Die Kulisse war damit eher auch eher unspektakulär. Doch immer wieder versuchten Autofahrer einen Blick zu erhaschen. Abgeriegelt ist die Stallanlage an der Landesstraße zwischen Neerstedt und Brettorf von einem Sicherheitsdienst und Polizei.

Auch der Bürgermeister der Gemeinde Dötlingen, Ralf Spille, machte sich am Vormittag ein Bild vor Ort. „Ich habe über eine SMS vom Landrat Carsten Harings über die Sachlage erfahren. Jetzt wollte ich mich über den Stand der Dinge informieren und vor allem den Feuerwehrleuten für den unerwarteten Dienst am Weihnachtsfeiertag danken.“

Wie Spille erklärte, werde am heutigen Dienstag das weitere Vorgehen beraten. Bis dahin galt das 72-Stunden-Stand-Still-Gebot bis einschließlich heute, 27. Dezember, 16 Uhr. Sämtliche Beförderungen von Geflügel-, von dessen Erzeugnissen oder tierischen Nebenprodukten von Geflügel bleiben mit Ausnahme des Durchgangsverkehrs auf der Bundesautobahn A1, untersagt.

Unterdessen geht die Angst auch bei den Betreibern der umliegenden landwirtschaftlichen Betriebe um. So auch auf dem Hof Oltmann in Dötlingen. Auf die Familienbetrieb werden in drei Ställen Puten gemästet. „Bei uns ist zum Glück alles ruhig“, sagte Gunter Oltmann auf Nachfrage. Allerdings sind in zwei bis drei Wochen in einer der Stallanlagen die Schlachtreife erreicht. Wenn bis dahin das Beförderverbot bestehen bleibt, wird es in den Ställen schnell eng. Zwei Wochen könne man, wohl rauszögern. Dann aber wird es in den Ställen schon etwas enger, so der Landwirt.

Konsequenzen für den Landkreis Vechta

Der amtlich bestätigte Verdacht auf den Ausbruch der Vogelgrippe in Dötlingen hat Konsequenzen für den Landkreis Vechta: Zwischen dem Verdachtsbetrieb und zwei Geflügelhaltungen im Gebiet der Stadt Vechta hat es in den vergangenen Tagen enge Kontakte gegeben, vor allem durch Futtermeister, die an allen drei Standorten eingesetzt wurden. Damit besteht ein hohes Risiko einer erneuten Einschleppung der Vogelgrippe in den Landkreis Vechta. Aus diesem Grund lässt die Behörde im Laufe des Sonntages insgesamt 21.000 Puten (je 10.500 in jedem Stall) töten.

Anuschka Kramer
Redakteurin
Redaktion Westerstede
Tel:
04488 9988 2602
Tanja Mikulski
Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2902

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