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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Geplante Schiffsüberführungen schaden der Ems

13.04.2012

FRAGE: Die Umweltorganisationen BUND, Nabu und WWF fordern von der Politik ein Sanierungskonzept für die Ems. Warum ist das nötig?

KONERMANN: Wir wollen einer weiteren, scheibchenweise Streichung von Umweltauflagen entgegenwirken. Es ist an der Zeit, die Ems zu sanieren anstatt sie durch Ausnahmegenehmigungen weiter zu schädigen. Für zwei Schiffsüberführungen der Meyer Werft in der zweiten Septemberhälfte der Jahre 2012 und 2014 sollen die gültigen Umweltauflagen für die Gewässergüte während der Stauzeiten umgangen werden. Beantragt wird im Detail die Aussetzung der kritischen Grenzwerte für Salz und Sauerstoff.

FRAGE: Warum ist das ein Problem für die Umwelt?

KONERMANN: Die Ems soll dann sehr hoch, nämlich auf 2,70 Meter aufgestaut werden, wobei auch die Deichvorländer unter Wasser stehen. Es gibt zwar Pflanzen, die Salz-tolerant sind, aber auch viele, die dadurch stark geschädigt werden. Zur Zeit läuft ein Verfahren bei der Landesbehörde und die Genehmigung soll noch vor September erteilt werden. Wir sind der Auffassung, dass die Ems schon belastet genug ist.

FRAGE: Wie kommt es zu der höheren Salz-Belastung durch die Aufstauung?

KONERMANN: Das hängt damit zusammen, dass das salzhaltige Wasser unterhalb des Emssperrwerkes in die Stauhaltung gepumpt wird, um die Höhe zu erreichen. Die Menge hängt davon ab, wie viel Wasser die Ems selbst führt. Im September ist es oft so, dass wir Trockenheitsphasen haben und so auch wenig Oberwasser. Das Salz wandert dann bodennah die Ems hoch. Wenn man prognostizieren kann, dass das Salz bei der Stauung über Papenburg hinausführt, dann war diese bislang verboten.

FRAGE: Und nun soll sie erlaubt werden?

KONERMANN: Diese Regelung will man aushebeln, um die beiden Schiffe termingenau überführen zu können. Aufgrund der Ausbaggerungen und Rückstauungen ist die Ems bereits in extrem schlechtem Zustand. Niedersachsen muss sich festlegen, wie die Gewässergüte der Unterems saniert werden soll.

Vera Konermann (48) ist Gewässerreferentin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Niedersachsen. Die Expertin für Landespflege kritisiert den schlechten Zustand der Unterems.

 @ Infos unter http://www.bund.net

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