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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Gericht hält Ex-Reeder Stolberg für teilweise unschuldig

16.03.2017

Oldenburg /Bremen Die Erleichterung war Niels Stolberg ins Gesicht geschrieben. „Das war sehr erfreulich und wichtig“, sagt der Ex-Reeder gegenüber dieser Zeitung am Mittwoch nach der Verhandlung im Bremer Landgericht, wo es um den Zusammenbruch der Bremer Beluga-Reederei geht.

Wenige Minuten vorher hat der schwer erkrankte Stolberg, der sich im Januar einer Magenkrebs-Operation unterziehen musste, einen wichtigen Teilerfolg in dem seit mehr als einem Jahr dauernden Verfahren erzielt.

Die Große Wirtschaftsstrafkammer hatte erklärt, dass sie den früheren Beluga-Chef in einem Teil der umfangreichen Anklage für unschuldig hält.

In einem Beschluss verkündete das Gericht, dass für den Betrugsvorwurf im Zusammenhang mit dem Verkauf von vier Schiffen an einen Hamburger Reeder „eine Verurteilung nicht in Betracht komme“.

Die Staatsanwaltschaft hatte Stolberg vorgeworfen, den Hamburger Geschäftspartner um insgesamt zehn Millionen Dollar betrogen zu haben.

Dies hatte der betroffene Reeder bereits als Zeuge zurückgewiesen und erklärt, er habe durch das Geschäft mit Stolberg keinen finanziellen Schaden erlitten. Dieser Ansicht schloss sich jetzt die Strafkammer an und lehnte einen Beweisantrag der Staatsanwaltschaft in dieser Sache ab. Die Anklage hatte gefordert, Prozessunterlagen aus einem zivilrechtlichen Verfahren auszuwerten. Dies erübrige sich jedoch, weil es in diesem Teilbereich keinen Schaden gegeben habe und es deshalb keine Verurteilung geben könne, erklärte das Gericht.

Hintergrund war der Verkauf von vier Schiffen durch Stolberg an einen Hamburger Reeder. Auf den Baupreis hatte Stolberg jeweils 2,5 Millionen Dollar aufgeschlagen.

Dies habe er unter anderem deshalb gedurft, argumentierte das Gericht, weil der tatsächliche Wert der Schiffe deutlich über dem Gesamtpreis gelegen habe.

In dem Prozess geht es um eine Reihe weiterer Anklagepunkte. So werden Niels Stolberg und drei mitangeklagten Beluga-Managern auch Kreditbetrug, Untreue und Bilanzfälschung vorgeworfen. Stolberg und seine Anwälte sehen allerdings auch den Vorwurf des Kreditbetrugs bereits als zusammengebrochen.

Wie das weitere Verfahren ablaufen soll, war am Mittwoch nach Schluss der Hauptverhandlung Gegenstand eines nichtöffentlichen Rechtsgespräch zwischen Richtern, der Anklage und den Verteidigern.

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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Beluga | Bremer Landgericht | Staatsanwaltschaft

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