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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Gesundheit: Geht der Arzt, schließt die Apotheke

21.12.2017
Frage: Jeder zweiten Apotheke droht das Aus. Ein Gutachten zur Apotheker-Honorierung macht nun den Vorschlag, die Honorare der Apotheker zu deckeln, um eine Grundversorgung von Apotheken in der Fläche zu garantieren. Was halten die Apotheker davon?
Bruns: Dieses Gutachten ist vor zwei Jahren vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben worden. Man muss dazu auch wissen, dass für die Apotheken das Gesundheitsministerium zuständig ist, in Fragen der Honorierung aber das Wirtschaftsministerium. Eine Endfassung des Gutachtens liegt noch gar nicht vor. Allerdings bin ich skeptisch bezüglich der Vorschläge, die bekanntgeworden sind. Man geht davon aus, dass 7600 Apotheken nicht wirtschaftlich zu halten sind. Um die Schließung von Apotheken zu verhindern, soll das Honorar für Apotheker gedeckelt werden. Das finde ich sehr fragwürdig.
Frage: Es geht doch um das Geld der Beitragszahler, der Versicherten. Ist die Honorierung für Apotheker gerecht?
Bruns: Für das Gutachten hat man nur die verschreibungspflichtigen Medikamente berücksichtigt. Daraus resultiert die vermeintliche Überbezahlung. Es ist schon etwas anderes, ob ich ein verschreibungspflichtiges Medikament abgebe, oder eine Tüte Bonbons. Das Gutachten ist der Auffassung, dass beides vergleichbar ist. Dem muss ich deutlich widersprechen. Bestimmte Hepatitis-C-Präparate und Blutgerinnungspräparate kosten 10 000 Euro. Blutgerinnungspräparate erfordern einen sehr hohen Dokumentationsaufwand. Beide sind vom Beratungsaufwand vergleichbar.
Frage: Auf dem Land schließen Apotheken, Apotheker finden keine Nachfolger. Wie kann man das aufhalten?
Bruns: Das ist eine wichtige Frage. In dem Gutachten wird vorgeschlagen, einen Fonds aufzulegen, um versorgungswichtige Landapotheken zu erhalten. Wer legt fest, welche Apotheken versorgungswichtig sind? Wir beobachten das Apothekensterben nicht nur im ländlichen Bereich. Wir beobachten es auch in reinen Wohnlagen von Städten. In unserer Region ist das Apothekensterben am stärksten ausgeprägt in Bremen, aber auch in Ostfriesland. Die Ärzte gehen aus der Fläche oder aus den Randlagen der Städte, schließen sich in medizinischen Versorgungszentren zusammen und dem folgen die Apotheken. Das ist das Problem.
Frage: Kann man das Apothekensterben isoliert von der Schließung von Arztpraxen auf dem Land betrachten?
Bruns: Nein, das kann man nicht. Man muss beides betrachten. Es gibt kleinere Städte, in denen zwei oder mehr Kassenarzt-Sitze vakant sind. Dort will sich keiner niederlassen. Die Einzelkämpfer gibt es zunehmend seltener. Das ist auch ein Grund für die Schließung von Apotheken: Wo kein Arzt ist, kann auch keine Apotheke existieren.
Frage: Was muss man tun?
Bruns: Eigentlich bräuchten wir ein Gesamtkonzept, wie man die gesundheitliche Versorgung in der Fläche gestaltet. Wenn man Einzelmaßnahmen herausnimmt, bleibt es Stückwerk. Es ist Aufgabe der Politik, den Apotheken für ihren Versorgungsauftrag ein auskömmliches Dasein zu garantieren. Man kann nicht, wie in dem Gutachten vorgeschlagen wurde, die Preise für Arzneimittel zur Selbstmedikation um 10 bis 15 Prozent verteuern, das ist in Zeiten transparenter Preise nicht darstellbar und wälzt die Kosten für die Versäumnisse der Politik auf die Patienten ab.

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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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