• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Gut ausbilden – und darüber reden

06.08.2014
Frage: Herr Henke, bei Ihrer Kammer sind im ersten Halbjahr mehr neue Ausbildungsverträge eingetragen worden als ein Jahr zuvor. Trendwende trotz des schwierigen demografischen Hintergrundes?
Henke: In der Tat ist das Plus von 3,9 Prozent sehr erfreulich. Man sollte es aber nicht überbewerten. Wir erleben häufiger mal Schwankungen bei der Zahl der Ausbildungsverträge. Letztes Jahr hatte es ein Minus gegeben. Das wird, so gesehen, gerade teilweise wieder aufgeholt.
Frage: Die zahlreicheren Verträge könnten ja auch andeuten, dass Betriebe sich früh Nachwuchs sichern, oder?
Henke: Dieser Trend ist schon seit einiger Zeit sehr ausgeprägt, und wir als Handwerkskammer begrüßen das: Früh mit interessierten Jugendlichen in Kontakt kommen, ihnen Einblicke – etwa über ein Praktikum – ermöglichen und bei Eignung dann auch früh einen Ausbildungsvertrag abschließen. Denn einige grundlegende Trends sprechen zurzeit ja für eine andauernde Knappheit an potenziellen Bewerbern.
Frage: Nämlich?
Henke: Die Jahrgänge sind immer geburtenschwächer geworden. Das merkt man nun an den Schulabsolventen-Zahlen. Nur vorübergehend war regional etwas Entlastung möglich, indem man etwa Jugendliche aus den neuen Bundesländern hierher einlud. Und von den einzelnen Jahrgängen streben mehr als je zuvor zum Abitur. Das ist ein starker Trend, dem politische Maßnahmen entgegen gestellt werden müssen
Frage: Das Handwerk will sich bewusst um Gruppen kümmern, die bisher in Betrieben eher unterrepräsentiert sind. Was ist daraus geworden?
Henke: Zahlreiche Initiativen und Erfolge etwa rund um junge Frauen, Migranten oder auch lernschwächere Jugendliche. So gibt es jetzt ganz klar mehr Angebote für Teilzeit-Ausbildungen für junge Frauen mit Kind. Oder ganz aktuell: Wir bewerben uns um eine Teilnahme am Bundesprogramm „Jobstarter plus“. Zielgruppe sind Studienaussteiger: Für sie eröffnen sich neue Karrierechancen und sie sind im Handwerk willkommen.
Frage: Einige Betriebe haben es bei der Nachwuchssuche leichter als andere. Was steckt dann dahinter?
Henke: Oft punkten Betrieben mit langjährig guter Ausbildung, die dann auch tatsächlich bekannt wird, sich herumspricht. Sie bauen buchstäblich eine Marke als Arbeitgeber und Ausbilder auf. Dazu leistet auch der Preis für Innovative Ausbildung PIA der NWZ einen wichtigen Beitrag. Betriebe mit guten, attraktiven Ideen werden dadurch bekannt, völlig kostenlos. PIA hat sich zu einer tollen Plattform für Ausbildungs-Innovationen in der Region entwickelt.
Frage: Ist das Handwerk auch insgesamt bei der Imagebildung vorangekommen?
Henke: Ja, eindeutig. Mehrere Faktoren haben dazu beigetragen. Dazu zählen die Stabilität der Betriebe in der Finanz- und Wirtschaftskrise und ihre seit Jahren bereits sehr gute Beschäftigungslage, mit entsprechenden Möglichkeiten. Hinzu kommen die Chancen auf den Meisterbrief und einen eigenen Betrieb. Wichtig ist auch die seit fünf Jahren laufende bundesweite Imagekampagne, mit klugen Argumenten und Witz.
Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

Weitere Nachrichten:

Handwerkskammer Oldenburg | Handwerkskammer | NWZ

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.