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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Landkreis legt Schlachthof still

12.10.2018

Hannover /Bad Iburg In einem Schlachthof in Bad Iburg sollen Rinder systematisch gequält worden sein. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Nachdem Tierrechtler die Missstände mit heimlich aufgenommenem Filmmaterial dokumentiert hatten, legte der Landkreis Osnabrück den Betrieb vorläufig still. Das niedersächsische Agrarministerium war am 1. Oktober von der „Soko Tierschutz“ über die Vorwürfe informiert worden und hatte Strafanzeige erstattet.

Es bestehe der Verdacht, dass Tiere bei der Anlieferung tierschutzwidrig behandelt worden seien, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Am Mittwoch hatten die Ermittler die Geschäfts- und Produktionsräume der Firma durchsucht. Die hierbei gesicherten Beweismittel sowie die Aufnahmen der Tierrechtsorganisation würden nun ausgewertet, hieß es.

„Ich bin total erschüttert“, sagte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) zu dem Fall. „Kranke Tiere dürfen gar nicht transportiert werden.“ Das Filmmaterial umfasse insgesamt 30 Tage, sagte Friedrich Mülln vom Vorstand der Soko Tierschutz. „Die Aufnahmen zeigen den systematischen Umgang mit kranken, verletzten und nicht lauffähigen Tieren.“ Sie seien mit einer Art Seilwinde vom Transporter gezerrt, mit Elektroschockern gequält und geprügelt worden. „Es liegt unglaubliches Behördenversagen vor“, meinte Mülln.

Entsetzt zeigte sich auch Niedersachsens Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke. „Solche Bilder darf es nicht geben, sie sind nicht zu entschuldigen“, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die SPD-Fraktion spricht von einem „handfesten Skandal“, sollten die Vorwürfe stimmen. Die Schließung und die Freistellung der Veterinäre seien die richtigen Schritte.

Grundsätzlich sind bei allen Schlachtungen Tierärzte vor Ort und untersuchen jedes angelieferte Tier, ob es gesund ist. Die für die Kontrollen des jetzt stillgelegten Betriebs zuständigen Tierärzte werden laut Ministerium nicht mehr eingesetzt. Das betroffene Unternehmen war am Donnerstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

In dem betroffenen Betrieb werden etwa 150 bis 160 Rinder pro Woche geschlachtet, er zählt zu den kleineren der Branche.

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