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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Kostenloser Nahverkehr – Sollte Oldenburg mitziehen?

20.11.2019

Hannover /Oldenburg /Bremen Wer am Samstag vor dem ersten Advent seine Weihnachtseinkäufe in Hannover erledigen will, kann an dem Tag im kompletten Stadtgebiet kostenlos Bus und Bahn fahren. „Das ist ein Großversuch für Hannover“, sagte ein Sprecher der Region Hannover am Montag. Mit der Aktion am 30. November solle getestet werden, ob ein kostenfreier öffentlicher Nahverkehr die Menschen tatsächlich dazu bewegt, ihr Auto stehen zu lassen.

Doch wäre so etwas auch eine Idee für Oldenburg? Schreiben Sie uns eine Mail (siehe Infobox) oder diskutieren sie auf Facebook unsere heutige „Frage des Tages“.

Idee auch für Oldenburg?

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In Oldenburg wurde die Idee des kostenlosen Nahverkehrs schon häufiger diskutiert. Allein die 2017/18 prognostizierten jährlichen Netto-Fahrerlöse würden 15,6 Millionen Euro betragen. Geld, das dann aus dem städtischen Haushalt kommen müsste. Für einen Testlauf, angelegt auf eine Woche, kalkulierte die VWG, die in Oldenburg für den Nahverkehr mit dem Bus zuständig ist, Kosten von 300.000 bis 400.000 Euro.

In diesen Zahlen waren derweil mehr als die tatsächlichen Fahrtkosten enthalten. Auch Erstattungen, zum Beispiel für Abo-Kunden, wurden berücksichtigt. Ein „einfach so“ würde es aber nicht nur aus Kostengründen wahrscheinlich nicht geben: Die VWG betonte, dass ein „massiver Ausbau“ des ÖPNV-Angebotes nötig sei, um die steigenden Passagierzahlen bewältigen zu können.

Nichtsdestotrotz fordern unter anderem die Schülerinnen und Schüler der „Fridays for Future“-Bewegung regelmäßig einen kostenlosen Nahverkehr auch in Oldenburg.

Hannover setzt mehr Fahrzeuge ein

Zurück nach Hannover: Zählungen und eine wissenschaftliche Begleitung sollen nach Angaben des Sprechers einen „handfesten Beleg“ in der Diskussion rund um kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder ein Jahresticket für 365 Euro liefern. An dem Aktionstag sollen mehr Busse und Stadtbahnen als sonst unterwegs sein, um das erhöhte Passagieraufkommen zu bewältigen. Rund 200 000 Euro Kosten sind nach Angaben des Sprechers durch den Ausfall von Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf zu erwarten.

Andere niedersächsische Kommunen planen zur Weihnachtszeit keine Versuche mit komplett kostenlosem Nahverkehr. In Göttingen wird an den Adventssamstagen ein kostenfreies Shuttle zwischen Park&Ride-Parkplätzen und Innenstadt angeboten, der Rest bleibt kostenpflichtig. Auch in Braunschweig ist kein Aktionstag mit kostenlosem ÖPNV angedacht, Christoph Graffam von der Braunschweiger Verkehrs-GmbH sagte aber: „Wir denken immer wieder über das Thema nach.“

Osnabrück und Bremen

Kritisch sieht Marco Hörmeyer von den Stadtwerken Osnabrück die Aktion: „Wer an diesem Tag zum ersten Mal auf öffentlichen Nahverkehr umsteigt, wird wohl vor allem unpünktliche und überfüllte Busse erleben.“ Das würde bei Erstkunden vor allem Vorurteile gegen den ÖPNV bestätigen und nicht zu einer erhöhten Akzeptanz führen.

Wichtiger als solch punktuelle Aktionen seien daher langfristige Maßnahmen. Osnabrück plane für kommenden Februar ein komplett neues Liniennetz mit einer engeren Taktung. Zu Ideen wie einem 365-Euro-Ticket meinte Hörmeyer: „Wir können nicht erst an der Preisschraube drehen und dann mit den Angeboten nicht hinterherkommen.“ Der Sprecher der Region Hannover sagte hingegen, bei dem Versuch in der Landeshauptstadt gehe es vor allem erst mal darum, Erfahrungen zu sammeln.

Ob der öffentliche Nahverkehr durch niedrigere Preise attraktiver gestaltet werden kann, wird derzeit auch in Bremen diskutiert. Im kommenden Jahr wolle die rot-grün-rote Koalition prüfen lassen, ob die Einführung eines kostenfreien Nahverkehrs oder eines Jahrestickets für 365 Euro sinnvoll ist, berichtete ein Sprecher. Auch in der Hansestadt soll es in der Vorweihnachtszeit keine Tests mit kostenlosem ÖPNV geben.

Ob die Menschen in Hannover am ersten Adventssamstag ihr Auto tatsächlich stehen lassen, bleibt unklar. Komplett autofrei werde die Stadt nicht sein, prognostiziert der Regionssprecher. Wer Staus aber ganz sicher vermeiden möchte, kann aufs Fahrrad zurückgreifen. Die können am Aktionssamstag kostenlos ausgeliehen werden.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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