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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Gutscheine beliebter denn je

15.04.2019

Hannover /Oldenburg Ganz unten, eingestaubt und fast vergessen, zwischen längst bezahlten Rechnungen und Postkarten vom Urlaub aus dem letzten Jahr findet sich auch ein Geschenkgutschein einer Einzelhandelskette. „50 Euro“ steht hinten drauf und dazu „Frohe Weihnachten“.

Mona Maria Semmler, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, geht davon aus, dass es sich bei einem solchen Szenario nicht um eine Ausnahme handelt. „Es ist zu vermuten, dass viele Gutscheine ungenutzt in Schubladen aufbewahrt werden und in Vergessenheit geraten.“ Und auch der Münsteraner Marketing-Professor Thorsten Henning-Thurau nimmt an, dass zwischen zehn und 50 Prozent der Geschenkgutscheine verfallen, je nach Kategorie.

Trotzdem sind Gutscheine beliebter denn je. Laut einer Studie der Ernst und Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sind Geschenkgutscheine und Geld die 2018 am häufigsten verschenkten Weihnachtsgeschenke und mit einem durchschnittlichen Geldwert von 67 Euro auch die mit Abstand am teuersten. Zur Freude von Händlern, die Gutscheine häufig nicht nur als Gewinn, sondern auch als Marketinginstrument ansehen.

Benedikt Drießen, Filialleiter der Thalia Buchhandlung in den Schlosshöfen in Oldenburg, erklärt, dass Gutscheine nicht nur zu Weihnachten gern verschenkt werden. Auch „zu Geburtstagen, Ostern oder als Firmengeschenk für Mitarbeiter“ entpuppen sie sich als geschätzte Präsente. Laut ihm könne bei der Buchbranche jedoch nicht von einem dramatischen Gutscheinverfall gesprochen werden. Zwar könne er keine genauen Zahlen nennen, da die bei ihnen erworbenen Gutscheine in sämtlichen Filialen, online oder als Zahlungsmedium für E-Books, eingelöst werden dürfen. Sein Bauchgefühl gehe aber von einem „hohen Niveau“ aus, da die Gutscheine vielseitig einsetzbar seien. Der Beschenkte sei somit nicht nur auf das Medium „Buch“ beschränkt, sondern könne auch auf zahlreiche weitere Alternativen zurückgreifen. Zudem habe er es noch nie erlebt, dass ein Gutschein, auch nach langjährigem Bestehen, an der Kasse abgelehnt worden wäre.

Tatsächlich ist das in der Regel aber möglich. Semmler erklärt, dass Gutscheine ohne vermerkte Befristung trotzdem nicht unbegrenzt lange eingelöst werden können. Allgemein gelte eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Nach Ablauf der Gültigkeitsdauer dürfe sich der „Aussteller weigern, die im Gutschein vereinbarte Leistung zu erbringen“. Trotzdem sei ein Händler verpflichtet, „den für den Gutschein gezahlten Betrag auszuzahlen, wobei er einen Teil des entgangenen Gewinns in Höhe von circa 15 bis 25 Prozent einbehalten darf“, so Semmler. Sie rät Gutscheininhabern in einer solchen Situation „mit dem Geschäft zu verhandeln“. Dauert die Gültigkeit des Gutscheins aber noch weiterhin an, so bestehe kein Anspruch auf Auszahlung des Geldbetrages.

Im Allgemeinen empfiehlt Mona Maria Semmler, Gutscheine mit zu kurzen Einlösefristen nicht zu akzeptieren. Denn sind Gutscheine nur ein paar Monate gültig, sei es den Kunden häufig nicht möglich, einen für sie passenden Warengegenwert zu finden.

Um möglichen Ärger zu ersparen, könnte man alternativ selbst gebastelte Gutscheine verschenken, denn die verfallen nicht.

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