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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Plastikmüll landet auf dem Essteller

15.01.2018

Hannover /Oldenburg Im Edel-Salz „Fleur de Sel“ steckt nach Recherchen des NDR-Verbrauchermagazins „Markt“ häufig Mikroplastik. In einer Stichprobe wurden fünf der meistverkauften Sorten aus Supermärkten und Feinkostläden im Labor auf Rückstände von Kunststoffen untersucht, wie der NDR am Sonntag mitteilte. Es sei die erste Untersuchung dieser Art in Europa gewesen.

In allen Proben lag der Gehalt an Mikroplastik demnach zwischen 130 und 1800 Mikrogramm pro Kilogramm. In einem Fall war eine Kunststoff-Faser sogar mit bloßem Auge erkennbar.

Wissenschaftler führen die Verunreinigung im Salz auf die Verschmutzung der Meere zurück. „Fleur de Sel“ entsteht als hauchdünne Salzschicht an der Wasseroberfläche und wird in der Regel in Handarbeit mit einer Holzschaufel abgeschöpft. Es gilt vielen Verbrauchern als besonders wertvoll und lecker – und es ist deutlich teurer als herkömmliches Salz.

„Plastik im Salz ist eine Konsequenz aus der jahrzehntelangen, leichtfertigen Entsorgung von Kunststoff“, sagt Barbara Scholz-Böttcher vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg. Diese Entwicklung halte der Gesellschaft den Spiegel vor: „Der Plastikmüll landet in einem sehr hochwertigen Produkt jetzt wieder auf dem Essteller.“

Einen gesetzlichen Grenzwert für den Gehalt an Mikroplastik gibt es den Angaben zufolge weder auf deutscher noch auf europäischer Ebene. Die in der Stichprobe gefundenen Mengen seien zwar für Menschen unbedenklich, dennoch warnen Experten vor langfristigen Folgen.

Im klassischen Meersalz, das mit einer anderen Methode gewonnen wird, wurde im Vergleich zum teureren „Fleur de Sel“ weniger Plastik gefunden.

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