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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Zu Wenige Erntehelfer Aus Dem Ausland: So planen Landwirte beim Spargel

14.04.2020

Hannover /Sandhatten Die ersten Erntehelfer aus Osteuropa haben mit Sondermaschinen Deutschland erreicht und sind nun auch auf Höfen in Niedersachsen im Einsatz. Allerdings sind deutlicher weniger Arbeiter gekommen als erwartet: So trafen auf dem Hof von Fritz Borgmeyer in Dissen bei Osnabrück am Wochenende elf rumänische Erntehelfer ein – eigentlich hatte der Landwirt 18 erwartet. „Viele waren verängstigt und haben dann noch kurzfristig abgesagt“, sagte Borgmeyer. „Das reicht natürlich nicht für unsere Planungen. Wir werden einen Teil der Ernte liegen lassen müssen.“

Der Landwirt rechnet nicht damit, dass in den nächsten Tagen noch mehr Helfer nachkommen. Er bringt seine Erntearbeiter in dieser Saison in Einzelzimmern auf dem Hof unter. Insgesamt rechnen die Betriebe mit einer geringeren Ernte. Wegen des Mangels an Saisonkräften habe er Pflanzarbeiten auf seinen Erdbeerfeldern nicht erledigen können, sagte Borgmeyer.

Für den Einsatz auf den Höfen haben sich nach Worten von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auch Tausende freiwillige Helfer gemeldet. „Wir werten es als wichtiges Zeichen der Solidarität, dass sich über Jobportale wie das der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Tausende freiwillige Helfer auf den Höfen melden“, sagte Weil. Trotzdem ist er froh, dass ausländische Saisonarbeiter einreisen konnten.

Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) sagte, zwar hätten sich viele einheimische Helfer bei den Höfen gemeldet, aber es mache einen Unterschied, wenn Menschen mit Berufserfahrung die Arbeit übernehmen würden. Auf den Höfen müssen die Helfer aus dem Ausland in eine Art Quarantäne, arbeiten dürfen sie allerdings schon. Otte-Kinast sagte der „Neuen Presse“, sie rechne mit steigenden Preisen für die Verbraucher. „Die Betriebsinhaber müssen aufgrund der Corona-Krise mehr Geld investieren, um die strengen Hygienevorschriften einzuhalten“, sagte die Ministerin.

Nach Angaben des Geschäftsführers der Spargel- und Beerenanbauer in Niedersachsen, Fred Eickhorst (Sandhatten), sind derzeit etwa 50 bis 60 Prozent der meist aus Rumänien kommenden Erntehelfer auf den Betrieben. Wegen der Corona-Krise war die Einreise von Saisonarbeitskräften zunächst untersagt gewesen, nun dürfen im April und Mai jeweils 40 000 Erntehelfer einreisen.

Auch der Einsatz von Studenten oder Beschäftigten aus der Gastronomie, die im Moment unter Kurzarbeit leiden, habe zugenommen, sagte Eickhorst. „Auf den Feldern kann man sie aber kaum einsetzen, wenn, dann eher im Verkauf oder zum Transport.“ Das Spargelstechen sei eine harte Arbeit, die viel Erfahrung erfordere. Auf einigen Betrieben würden auch Köche mit Erfolg in der Spargelernte eingesetzt. „Die sind harte Arbeit und lange Arbeitsschichten gewohnt“, sagte Eickhorst.

Kritik an den Regeln zur Einreise der osteuropäischen Saisonarbeiter kommt vom Agrarexperten der Grünen im Bundestag, Friedrich Ostendorff. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) habe erhebliche Gesundheitsrisiken für die Arbeitskräfte in Kauf genommen.

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