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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

„Damit wäre die Ausrottung besiegelt“

02.03.2019

Hannover Nachdem auch am Freitag die Emotionen bei der Debatte um den Wolf wieder hochkochten, zog es den langjährigen Landtagsabgeordneten Axel Brammer aus Hatten (Kreis Oldenburg) ans Rednerpult. Statt noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, warb der SPD-Politiker vor den Abgeordneten des Landtags darum, die Debatte zu versachlichen. „Es ist schlimm, wie die Art und Weise der Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern des Wolfes geführt wird“, stellte Brammer fest und betonte: „Was wir brauchen, ist eine emotionale und verbale Abrüstung. Es kann nicht sein, dass sich unsere Wolfsberater Bedrohungen von beiden Seiten ausgesetzt fühlen. Was ist das für eine Gesellschaft, wenn Ehrenamtliche sich freistellen lassen, weil sie den Druck nicht mehr aushalten?“, fragte Brammer und regte an: „Wir sollten gemeinsam nach Lösungen suchen.“ Die von der FDP geforderte Wolfsverordnung nannte Brammer indes einen „orientierungslosen Schnellschuss“.

Die FDP will Jägern künftig die Tötung von Problemwölfen ermöglichen und hat dazu am Freitag den Entwurf für eine Wolfsverordnung eingebracht. Sie sieht für auffällige Wölfe eine Ausnahme vom Bundesnaturschutzgesetz vor: Wölfe, die in eine umzäunte Weide eindringen oder eine Gefahr für nicht umzäunte Nutztierherden, Siedlungen und Höfe darstellen, können demnach von Jägern abgeschossen werden.

„Allein in Niedersachsen gibt es 22 nachgewiesene Wolfsrudel, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Bei einer Vermehrungsrate von etwa 30 Prozent werden in unserem Bundesland in fünf Jahren mehr als 740 Wölfe leben. Eine solch große Population würde den Bestand anderer Wildtierarten nachhaltig gefährden und die Weidetierhaltung unmöglich machen“, argumentierte der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Grupe, und erhielt Unterstützung von der AfD. Die CDU warnte indes, das Bundesnaturschutzgesetz außer Acht zu lassen.

Hintergrund der Debatte ist die aktuelle Diskussion um das Verhalten des Leitrüden des Rodewalder Rudels im Kreis Nienburg. Laut Umweltministerium hat das Tier bereits mehr als 40 Nutztiere gerissen. Eine Ausnahmegenehmigung zur Tötung wurde erst am Donnerstag bis zum 31. März 2019 verlängert. Der Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen bezeichnete den FDP-Vorstoß für eine niedersächsische Wolfsverordnung als „absurd“. Nehme man den Antrag der FDP wörtlich, „würde dies jeden Wolf in Niedersachsen betreffen. Damit wäre die Ausrottung des Wolfes in Niedersachsen besiegelt“, kritisiert der Nabu-Landesvorsitzende Holger Buschmann.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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