• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Was tun gegen Landarztmangel?

28.12.2017

Hannover Die Versorgung mit Ärzten ist derzeit in Niedersachsen noch gut – es gibt nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) noch kein Gebiet, das statistisch gesehen unterversorgt ist. Dennoch sei damit zu rechnen, dass in den kommenden zehn Jahren viele Ärzte auf dem Land in den Ruhestand gehen und nicht jede Praxis wieder besetzt werden könne. Da Großstädte als attraktivere Wohn- und Arbeitsorte gelten als das Land, suchen Experten seit Jahren nach Wegen, junge Mediziner wieder in die Kleinstädte und Dörfer zu bekommen.

Wie ist es derzeit um die Versorgung bestellt?

In Niedersachsen sind derzeit nach Angaben der KVN 7,2 Prozent der Hausarztsitze frei – von den rund 5035 Stellen sind rund 365 nicht besetzt. Dennoch sehen Experten derzeit keine Unterversorgung. Davon spricht man, wenn der Versorgungsgrad in einem Planungsbereich unter 75 Prozent fällt. Da gibt es zwar zahlreiche Städte und Kreise, wo er unter 100 Prozent liegt – in Bremerhaven etwa bei derzeit 78,5 Prozent. Es gibt aber auch viele Regionen, wo der Versorgungsgrad bei deutlich über 100 Prozent liegt – zum Beispiel in Einbeck mit 134,1 Prozent. „Überwiegend sieht es noch relativ gut aus“, sagt dazu der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Uwe Köster.

Wo sieht es denn besonders schlecht aus?

Schwierige Versorgungssituationen mit einem Versorgungsgrad von weniger als 90 Prozent gibt es außer in Bremerhaven in Bremerhaven-Nord, Buxtehude, Harburg-Nord, Leer-Süd, Melle, Nienburg, Stadthagen, Stolzenau, Syke und Wolfsburg-Umland.

Was ist bislang umgesetzt worden?

Die Landesregierung hat im Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Anzahl der Medizinstudienplätze um bis zu 200 zusätzliche in Niedersachsen deutlich erhöht werden soll. Das soll mit dem Ausbau der Hochschulmedizin in Oldenburg geschehen und mit der Umwandlung der Teilstudienplätze in Vollstudienplätze in Göttingen. In Oldenburg wird dabei auch eng mit der Uni im niederländischen Groningen kooperiert. In Göttingen werden erste Sondierungsgespräche mit dem Klinikum in Braunschweig für eine Kooperation geführt. In Braunschweig könnte ein zusätzlicher klinischer Campus entstehen.

Wie stark wird das Stipendienprogramm abgerufen?

Bei dem Programm erhalten Studenten bis zu vier Jahre lang 400 Euro monatlich, wenn sie sich im Gegenzug dazu verpflichten, nach ihrem Studium eine gewisse Zeit als Hausarzt auf dem Land in Niedersachsen zu arbeiten. Aktuell laufen 16 Stipendien, drei weitere wurden beantragt und die Förderung wird voraussichtlich in Kürze starten können. Somit sind laut KVN 2018 insgesamt 19 Studierende mit einem Stipendium bedacht. Die Antragssteller kommen unter anderem von Hochschulen und Unis in Hannover, Bochum, Leipzig oder Hamburg.

Der Landkreis Emsland hat 2014 ein eigenes Förderprogramm für Nachwuchsmediziner aufgelegt und bislang – vom 1. August 2014 bis zum 31. Oktober 2017 – an sechs Stipendiaten 77 000 Euro gezahlt. Sie bekommen 500 Euro im Monat für die Regelstudienzeit von 75 Monaten. Gelder flossen auch an Studierende, die ihre Famulatur und ihr Praktisches Jahr im Emsland absolviert haben, aber auch an Ärzte, die sich zum Facharzt für Allgemeinmedizin weitergebildet haben. Insgesamt investierte der Landkreis in dem Zeitraum rund 400 000 Euro in die Gewinnung von Nachwuchsmedizinern. Der Landkreis hat auch ein Förderprogramm für die Niederlassung von Hausärzten.

Wie weit ist die „Landarztquote“ gediehen?

Die Landarztquote, bei der ein Teil der Studienplätze an Studierende vergeben wird, die sich verpflichten, nach dem Examen Landarzt zu werden, ist Teil des „Masterplans Medizinstudium 2020“. Darauf hatten sich Bund und Länder im Frühjahr geeinigt. In Niedersachsen ist davon die Rede, dass zehn Prozent der neu geschaffenen Medizinstudienplätze für die Quote vorgesehen sind. Allerdings: Erst müssen die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen und mit den anderen Bundesländern abgestimmt werden.

Das Land setze in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung auf zahlreiche Anreize zur Ansiedelung von Landärzten. Nach zwei Jahren solle geschaut werden, ob und welche Instrumente wirken, sagt dazu Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD). „Gegebenenfalls müssen wir dann weitere Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört als Option dann sicher auch die Landarztquote.“

Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

NWZonline.de/gesundheit
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.