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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Hausjurist wusste nichts von Problemen bei Beluga

14.12.2016

Bremen /Oldenburg Der Leiter der Rechtsabteilung der früheren Bremer Beluga-Reederei hat lange Zeit nichts von der angespannten Situation des 2011 zusammengebrochenen Unternehmens gewusst. Selbst als schon mit dem US-Investmentfonds Oaktree über riesige Kredite zur Absicherung der angeschlagenen Firmengruppe des damaligen Unternehmensinhabers Niels Stolberg ging, glaubte der Hausjurist zunächst, das Geld werde benötigt, um Beluga weiter auszubauen.

Als Zeuge sagte der 45-jährige promovierte Rechtsanwalt am Dienstag vor dem Bremer Landgericht aus, er habe Niels Stolberg damals vor dem Abschluss des Vertragswerks mit den amerikanischen Investoren gewarnt. Nach der rechtlichen Prüfung der von externen Anwälten verfassten Verträge sei ihm deutlich geworden, dass angesichts der zahlreichen Sonderklauseln die Gefahr bestanden habe, dass Stolberg „alles verlieren“ könne. Dies habe er dem inzwischen in Oldenburg lebenden Ex-Reeder auch mitgeteilt. Er habe jedoch zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Vertragsabschluss gewollt gewesen sei.

Alle Berichte zum Beluga-Prozess hier im Spezial

An den wirtschaftlichen Verhandlungen zwischen Beluga und Oaktree sei er nicht beteiligt gewesen: „Das wurde auf einer höheren Ebene abgehandelt.“ Seine Aufgabe sei es gewesen, lediglich rechtliche Vertragsfragen zu prüfen. Das sei ein Thema gewesen, mit dem Stolberg sich nicht gerne aufgehalten habe. Wenn er die wirtschaftlichen Grundsatzentscheidungen getroffen habe, seien die trockenen Detailfragen delegiert worden.

In dem Bremer Prozess müssen sich Stolberg sowie drei weitere Reederei-Manager seit Januar wegen Kreditbetrug, Bilanzfälschung, Untreue und Betrug verantworten. Ein Ende des eigentlich bis Oktober terminierten Prozesses zeichnet sich derzeit nicht ab. Die Zeugenvernehmungen werden auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Nach Ansicht der Verteidigung sind einige der Anklagepunkte bereits in sich zusammengebrochen. Und auch von der Vorsitzenden Richterin gab es am Ende des Verhandlungstages ein positives Signal an Stolberg: Reisen ins Ausland müsse er dem Gericht nicht mehr anzeigen, teilte sie ihm mit. Offensichtlich hat der Anklagte die Kammer inzwischen überzeugen können, dass er nicht beabsichtigt, irgendwo im Ausland plötzlich unterzutauchen.

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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Beluga | Oaktree | Bremer Landgericht

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