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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Hochansteckender Erreger in Barßeler Putenmastbetrieb

24.11.2016

Barßel In einem konventionellen Putenmastbetrieb in Barßel (Landkreis Cloppenburg) ist ein Fall der Vogelgrippe nachgewiesen worden. Eine Untersuchung im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems habe gezeigt, dass es sich dabei um den hochansteckenden Erreger H5N8 handele, gab Agrarminister Christian Meyer (Grüne) am Mittwochabend per Pressemitteilung bekannt. Zuvor habe das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) das Tier untersucht. Vorsorglich sollten alle 16.000 Putenhähne in dem betroffenen Betrieb getötet werden, weil es sich um einen Nutzgeflügelbestand handele.

Die eventuell weitere Tötung von Tieren im Radius von 1000 Metern um den betroffen Betrieb wird überprüft.

Das Gebiet um den Seuchenbestand wird darüber hinaus mit einem Radius von mindestens drei Kilometern als Sperrbezirk festgelegt. Außerdem wird um den Sperrbezirk ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern angeordnet.

Meyer lobte das schnelle und umsichtige Handeln des Landkreises Cloppenburg. Zudem erneuerte Meyer seinen dringenden Appell an die Geflügelhalter zur strikten Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen. „Diese Hygienevorkehrungen sind enorm wichtig. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Virus auf weitere Nutztierbestände übergreift.“ Der Minister ergänzte, die nun notwendigen Maßnahmen seien zwar eine Einschränkung für die Tierhalter. „Doch diese sind zur Tierseuchenbekämpfung erforderlich und umgänglich.“

Zudem sei der Vogelgrippeerreger H5N8 bei einem Schwan im Landkreis Peine entdeckt worden, sagte Meyer im Landtag. Dort wurde in der vergangenen Woche bereits eine tote Reiherente gefunden, die den Erreger in sich trug. In mehr als der Hälfte der niedersächsischen Landkreise gilt wegen der Vogelgrippegefahr mittlerweile die Stallpflicht.

Der CDU-Politiker Helmut Dammann-Tamke kritisierte, dass die Landesregierung bislang kein landesweites Aufstallungsgebot erlassen habe, wie dies beispielsweise in Schleswig-Holstein geschehen sei. „In Niedersachsen werden die Landkreise damit weitgehend allein gelassen“, sagte Dammann-Tamke.

Er äußerte sich besorgt über den Verdachtsfall in dem Mastbetrieb im Landkreis Cloppenburg: „Sollte sich das bestätigen, dann trifft das nicht nur das Zentrum der Geflügelwirtschaft in Niedersachsen, sondern das Zentrum der Geflügelwirtschaft Deutschlands.“ Im Landkreis Cloppenburg werden 13,2 Millionen Stück Geflügel gehalten.

Mit Verweis auf die Risikoeinschätzung des FLI wies Agrarminister Christian Meyer die Forderung der Opposition nach einer landesweiten Aufstallung zurück. Meyer: „Auch das nationale Referenzlabor empfiehlt eine risikobasierte Aufstallung, also zum Beispiel bei hoher Geflügeldichte und in avifaunistisch bedeutsamen Gebieten. Genau das haben wir in Niedersachsen gemacht, genau nach dem Prinzip haben die Landkreise sehr verantwortlich gehandelt.“ Das gelte auch für den Landkreis Cloppenburg, der längst eine kreisweite Aufstallung angeordnet habe. Meyer: „Hinzu kommt, dass es sich hier um einen Betrieb handelt, dessen Tiere im Stall und also gar nicht im Freiland gehalten worden sind.“

Auch in Bremerhaven sind in den vergangenen Tagen fünf tote Vögel gefunden worden, wie die Polizei mitteilte. Lediglich eine Gans sei positiv auf den Erreger H5N8 getestet worden. Daraufhin wurde ein Sperrbezirk im Süden von Bremerhaven eingerichtet, in dem besondere Bestimmungen herrschen.

Bei Geflügelpest unterscheidet man zwischen einer niedrig- und einer hochpathogenen Form. Aviäre Influenzaviren gehören zur Gruppe der Influenza A-Viren. Diese verfügen über zwei Oberflächenproteine – das Hämagglutinin (H) und die Neuraminidase (N). Diese Stoffe können in unterschiedlicher Form kombiniert und ansteckend sein, so entstehen Namen wie H5N8. Die aggressive Vogelgrippe ist nach aktuellem Stand in mehreren europäischen Ländern aufgetaucht, in Niedersachsen besteht jetzt erstmals der Verdacht auf einen solchen Fund in einem Mastputenbestand. Eine Gefahr für den Menschen besteht nach bisheriger Kenntnis nicht. Gleichwohl sollte ein Hautkontakt mit toten Wildvögeln vermieden werden; wer tote Wildvögel am Wegesrand, an Gewässern oder anderswo entdeckt, sollte dies umgehend bei den zuständigen Veterinärbehörden melden.

Der Agrarminister wies überdies auf das im LAVES eingerichtete Bürgertelefon hin: Unter der Telefonnummer 0441/57026-444 ist insbesondere für Geflügelhalter eine Info-Hotline freigeschaltet, um sie bei der Umsetzung der geltenden Vorschriften zu unterstützen. Die Experten der LAVES-Task Force Veterinärwesen sind von montags bis freitags unter dieser Telefonnummer zu erreichen. Außerdem hat das Agrarministerium Verhaltensregeln für Kleinbetriebe mit Geflügelhaltung und Geflügelhobbyhaltungen zusammengestellt. Dieser Kriterienkatalog ist einzusehen unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de.

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