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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Lampen verursachen Stromausfall

02.07.2018

Hundsmühlen Bereits seit über einem Jahr sind bei Dagmar Haffke die Lampen aus. Genauer gesagt drei Lichter, die in runde Steine integriert sind und im Garten einen Steinbrunnen erleuchten sollen. „Ich wollte im vergangenen Jahr im Frühling an einem Abend die Lichter wieder einschalten“, erzählt die 46-Jährige. Bis dahin gab es keine Probleme.

Sie steht im Wohnzimmer der Doppelhaushälfte in Hundsmühlen und blickt auf das Eckbeet in ihrem Garten. 2005 baute sie mit ihrem Mann das Haus, die beiden zogen ein. Jetzt zeigt sie auf den zweiteiligen Lichtschalter. Der linke ist der Übeltäter.

Dunkelheit im Haus

„Die drei Lampen flackerten noch einmal hell auf – dann war alles dunkel“, erzählt Dagmar Haffke. Und mit alles meint sie alles: „Die Sicherung war ausgefallen – das komplette Haus war dunkel.“ Mit einer Taschenlampe bewaffnet lief sie zum Sicherungskasten und drückte den Schalter wieder hoch. Doch: „Ich musste alles Technische neu programmieren: die Uhren von der Mikrowelle und dem Herd, die Stationstasten des Radios und die Steuerung der elektrischen Rollläden.“

Doch damit nicht genug. „Am selben Abend versuchte ich es erneut – mit dem gleichen Resultat.“ Danach blieben die Lichter aus. „Ich habe extra einen Zettel an den Schalter geklebt, damit niemand das Licht aus Versehen anschaltet“, sagt Dagmar Haffke lachend.

Der Schalter daneben funktioniert übrigens. Damit geht das Wasser am Steinbrunnen an. „Dann habe ich in der NWZ von der Aktion gelesen und mich beworben – das hat funktioniert“, freut sie sich. Hier kommt das H-Team von der Nordwest-Zeitung und der Handwerkskammer ins Spiel. „Ich habe neulich noch als Test eine Leitung zu den Lampen gelegt – sie gehen noch“, sagt Dagmar Haffke an die beiden Elektrotechnikermeister Carina Harders und André Kramer gewandt.

Weitere wichtige Info: In einer kleinen Gartenhütte neben dem Wohnhaus laufen die Leitungen zusammen. „Wir haben die Kabel nachträglich verlängern und in die Hütte verlegen lassen“, erklärt Dagmar Haffke. „Wir haben hier zwei Erdkabel, die miteinander verbunden sind – das ist vielleicht schon die Schwachstelle“, sagt Carina Harders. Durch die Verbindung mit dem Erdreich sei eventuell Wasser an die Kabel gekommen und so der Kurzschluss ausgelöst worden.

Gemeinsam mit Dagmar Haffke geht die Expertin zum Sicherungskasten. Nach einem kleinen Blick ist für Carina Harders alles klar: „Es gibt einen FI, an dem die Leitungen von draußen mit aufgeklemmt sind “, erklärt sie. So sei der komplette Stromausfall zustandegekommen.

Die beiden Experten untersuchen nun alle Kabel in dem kleinen Eckbeet. „Das Kabel für die Pumpe ist okay“, sagt André Kramer. Das andere Kabel verursache den Fehler. Carina Harders hat sich mittlerweile Gummistiefel angezogen und buddelt ein wenig im Beet herum. Dann bittet sie Dagmar Haffke, den „verbotenen Schalter“ zu drücken.

Lockere Kabel

Das Verblüffende: Nach kurzem Hin und Her leuchten die drei Lampen, als sei nichts gewesen. „Der Fehler ist nicht da“, sagt Carina Harders – kennt aber bereits die Begründung. „Es gibt einen Wackelkontakt.“ Nachdem der Strom wieder vom Kabel ist, schraubt ihr Kollege die Buchse am Erdkabel auseinander. Und tatsächlich: „Die braune Ader war locker“, sagt Carina Harders und zeigt auf ein dünnes braunes Kabel. „Das hatte Kontakt mit einem anderen Draht – dadurch ist nicht die gleiche Strommenge ins Haus reingegangen, die auch herausgekommen ist, und der FI hat sich abgeschaltet.“ Außerdem sei die Zugentlastung nicht fest. „Die Anschlussklemmen in der Anschlusskupplung standen unter Zuglast“, sagt die Expertin. „Wenn man an dem Stecker oder der Schnur zieht, lösen sich die Drähte schneller.“

Ein paar Minuten später hat André Kramer eine neue Gummikupplung am Kabel befestigt. „Jetzt ist die Wölbung am Ende auch nach außen, so dass das Wasser nicht hineinlaufen kann und außerdem drückt die Einführung ans Kabel und schließt somit besser ab“, erklärt er die neue, sichere Kupplung. Schnell noch einmal nachgemessen, dann ist das Kabel wieder einsatzbereit.

Nun kann Dagmar Haffke den „verbotenen Schalter“ wieder in Ruhe drücken und den Steinbrunnen an lauen Sommerabenden mit Beleuchtung genießen.

Die Einschätzung und das Erstellen der Reparaturliste durch das H-Team sind für die NWZ-Leser kostenlos. An den Reparatur- und Materialkosten beteiligt sich die NWZ zudem mit 200 Euro.

Ellen Kranz
Redakteurin
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2051

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Handwerkskammer | Nordwest-Zeitung

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