• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Strengere Dünge-Regeln nur Scheinlösung

29.08.2019

Im Nordwesten Alle Landwirte der Region schauen in diesen Tagen nach Brüssel, wo über die neuen Düngeregeln diskutiert wird. Was könnten strengere Regeln für die Region bedeuten?

„Die Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt und immer schlimmer geworden“, sagt Ottmar Ilchmann, Vorsitzender des Landesverbands Niedersachsen/Bremen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. „Es hat bereits mehrfach Verschärfungen gegeben“, sagt Ilch­mann, der als konventioneller Landwirt in Rhauderfehn im Kreis Leer auf 65 Hektar einen Betrieb mit 60 Kühen sowie der weiblichen Nachzucht betreibt. „Für die Kollegen könnte das nun sehr belastend werden. Es gibt keine Planungssicherheit“, sagt er. Die Maßnahmen, die nun angesetzt würden, seien untaugliche Mittel. „Das ist zwar alles nicht verkehrt, aber das Hauptproblem ist, dass es teilweise eine zu hohe Viehzahl gibt“, sagt Ilchmann. Der Grund: Die Interessen der großen Agrarlobby, Schlachthöfe und Molkereien würden überwiegen.

Die Politik werde die strengeren Regeln dennoch durchsetzen, um die EU zu beruhigen, meint Ilchmann. Trotzdem: „Der Unwille, die Ursache zu beseitigen, bleibt. Es werden nur Scheinlösungen angeboten.“ Letztlich würde die Politik darauf setzen, dass der Nährstoffabtransport so teuer wird, dass die Landwirte freiwillig Tiere reduzieren.

„Man schiebt den Bauern den Schwarzen Peter zu für die verfehlte Agrarpolitik.“ Zudem würden in den betroffenen Gebieten alle Bauern in Mithaftung genommen werden. Das Gefühl, dass man es niemandem recht machen könne, wachse. „Die Pauschalkritik an der Landwirtschaft ist schwierig.“ Und: „Die Befürchtung ist groß, dass die Maßnahmen nicht helfen und in einiger Zeit wieder nachgebessert wird.“

Grundsätzlich sei man der Meinung, dass die Düngeverordnung gerade erst verändert worden sei, sagt Bernhard Suilmann, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands Cloppenburg. Nun sollte man erst einmal die Wirkung abwarten, bevor man diese erneut verschärfe. Und: „20 Prozent weniger Dünger ist viel zu pauschal“, sagt er in Anspielung auf die Einschränkungen für die noch zu bestimmenden „roten Gebiete“, die am 10. September verkündet werden sollen. Hier müsse einzelbetrieblich differenziert werden.

„Die angedachten Verschärfungen der Düngeverordnung auf allen Flächen halten wir zwar im Großen und Ganzen nicht für zielführend, aber für uns vor Ort umsetzbar“, sagt Dr. Friedrich Willms, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands Vechta. „Die Streichung des Nährstoffvergleiches begrüßen wir sogar außerordentlich, schließlich fordern wir schon lange einen Abbau der lästigen Bürokratie.“ Ganz anders sehe die Situation bei den „roten Gebieten“ aus. „Nach den derzeitigen Vorstellungen der Bundesregierung wird es dort bald keinen ertragreichen Ackerbau mehr geben können“, sagt Willms.

Er hinterfrage die Sinnhaftigkeit von dem, was man da mache, sagt Landwirt Gustav Wolters vom OOWV Biohof Bakenhus in Großenkneten im Kreis Oldenburg. „Ich halte mehr von einer Aufzeichnungspflicht und von mehr Überwachungsbehörden.“

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2051
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.