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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Lokführer ausbilden statt abwerben

05.07.2019

Im Nordwesten Um dem Fachkräftemangel in der Eisenbahnbranche entgegenzuwirken und eine konstante Ausbildung zu gewährleisten, haben elf Eisenbahnunternehmen ein klares Zeichen gesetzt. Sie unterschrieben am Mittwoch in Hannover im Beisein von Dr. Bernd Althusmann (CDU), Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, eine Vereinbarung zur Erstattung von Ausbildungskosten. Geltungsbereich ist der Regionalverkehr in Niedersachsen und Bremen.

Der akute Mangel an Triebfahrzeug- beziehungsweise Lokführern bei wachsendem Zugverkehr hatte die Nordwest-Bahn und die zehn Partner zu diesem Schritt bewogen. Um zu verhindern, dass aus Angst vor Abwerbeversuchen der Mitbewerber weniger Personal ausgebildet wird, verpflichten sich die Bahnen mit der Vereinbarung untereinander zur Erstattung von Ausbildungskosten. Wechselt ein Triebfahrzeugführer innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Ausbildung das Unternehmen, verpflichtet sich der neue Arbeitgeber, dem alten die Ausbildungskosten anteilig zu erstatten.

Infos zur Ausbildung zum Lokführer

Die klassische duale Berufsausbildung zum Lokführer im Personen- und Güterverkehr dauert bei der Deutschen Bahn drei Jahre, kann bei guten Leistungen aber auch verkürzt werden. Bei der Nordwest-Bahn kann man als Quereinsteiger mit abgeschlossener Berufsausbildung, möglichst im technischen Bereich, ab 21 Jahren eine rund zehnmonatige Ausbildung zum Triebfahrzeugführer (Personenverkehr) machen. Ein Quereinstieg zur Lokführerausbildung ist auch bei der Deutschen Bahn möglich.

Voraussetzungen: Mittlerer Schulabschluss/guter Hauptschulabschluss (als Quereinsteiger reicht Hauptschulabschluss), Begeisterung für Technik, Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit, Ruhe in Stresssituationen, Zuverlässigkeit, Übersicht, Bereitschaft zu Schicht-/Wochenenddienst.

Im Anschluss ist z.B. eine Weiterbildung zu Berufen wie Meister für Bahnverkehr, Fachwirt für den Bahnbetrieb, Disponent, Führungskraft für Triebfahrzeugführer, Ausbilder/Trainer möglich.

„Auch wenn wir im Wettbewerb stehen, arbeiten wir innerhalb der Branche kooperativ zusammen, um den Schienenpersonennahverkehr in Niedersachsen und Bremen nachhaltig zu stärken“, sagte Dr. Rolf Erfurt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nordwest-Bahn, stellvertretend für die an der Vereinbarung beteiligten Eisenbahnunternehmen Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH, Bentheimer Eisenbahn AG, Cantus Verkehrsgesellschaft mbH, DB Regio AG, Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH, Erixx GmbH, Eurobahn Keolis Deutschland GmbH, Metronom Eisenbahngesellschaft mbH, Verkehrsgesellschaft Start Unterelbe mbH sowie Westfalen-Bahn GmbH. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), in deren Räumen der Vertrag unterschrieben wurde, wird die Vereinbarung koordinieren und zwischen den Teilnehmern vermitteln.

Minister Althusmann fände es „begrüßenswert, wenn auch die Fernverkehrs- sowie Güterverkehrsunternehmen der Vereinbarung beitreten würden“. Denn: „Es gibt nach der Ausbildung viele Abgänge von Lokführern zum Fern- und Güterverkehr, auch aufgrund der hohen Prämien, die gezahlt werden“, erläuterte der Pressesprecher der Nordwest-Bahn, Steffen Högemann, gegenüber der NWZ. Die Nordwest-Bahn beschäftigt derzeit mehr als 950 Mitarbeiter, darunter rund 470 Triebfahrzeugführer. Ausgebildet werden aktuell 30 angehende Lokführer.

Lokführerpersonal/-nachwuchs zu finden und zu halten, ist nicht einfach. „Auch zwischen Ems und Elbe ist das ein strukturelles Problem“, sagte der Sprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), Rainer Peters, unserer Zeitung. Viele würden vom Schichtdienst abgeschreckt werden. Auch die große Verantwortung sei eine Hürde, ebenso wie mögliche „schreckliche Erlebnisse, die traumatisieren können“: zum Beispiel Suizide oder Unfälle auf den Gleisen.

Das Freiheitsgefühl, die Fahrt durch die Natur, gerade die Verantwortung oder auch die Technik seien hingegen Anreize für die Ausbildung, so Högemann. Nordwest-Bahn-Chef Erfurt betonte: „Wir sind eine echte Wachstumsbranche und bieten attraktive und zukunftssichere Arbeitsplätze. Auch Quereinsteiger aus anderen Branchen für die Ausbildung zum Triebfahrzeugführer, Zugbegleiter, Disponent oder Werkstattmitarbeiter sind bei den Bahnen im Regionalverkehr in Niedersachsen und Bremen immer herzlich willkommen.“

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Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
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