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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Die Wunderline nimmt weiter Fahrt auf

06.02.2019

Im Nordwesten Grenzenlos, bequem und schnell: Das deutsch-niederländische Verkehrsprojekt „Wunderline“ soll Bremen über Oldenburg und Leer ab dem Jahr 2024 direkt mit Groningen verbinden. Statt in 2 Stunden 45 sollen die Städte nach der letzten Ausbaustufe im Jahr 2030 in rund zwei Stunden per Zug erreichbar sein. Projektleiter Tjeerd Postma sieht langfristig ein Potenzial von etwa 2000 Fahrgästen am Tag.

Das Ziel: Durch die internationale Zugverbindung sollen die Regionen besser vernetzt und somit „ein wichtiger Faktor für Zusammenarbeit, (Wirtschafts-) Wachstum, und den Austausch über die Grenze hinaus“ werden, wie auf der Internetseite des 2011 gestarteten Projektes erklärt wird.

NWZ-Spezial: Die „Wunderline“: Expressverbindung von Bremen nach Groningen?

Damit das ehrgeizige Vorhaben Realität wird, ist für Donnerstag die Unterzeichnung einer Absichtserklärung geplant. In dieser wollen sich alle Kommunen entlang der Strecke grundsätzlich bereit erklären, ihre Bahnhöfe für Anschlussreisende der Wunderline attraktiver zu machen und die Anschlussmobilität zu verbessern. Doch nicht überall stößt das Projekt, für das die EU 2015 mehr als acht Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung stellte, auf grenzenlose Gegenliebe – so beispielsweise in Oldenburg.

Einerseits begrüßt der Rat der Huntestadt grundsätzlich einen Ausbau der Zugverbindung nach Groningen und die dadurch verbesserte Verknüpfung zur niederländischen Partnerstadt. Interessant seien aus Oldenburger Sicht Vorteile für Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft, Bildung und Tourismus.

Auf der anderen Seite befürchten mehrere Fraktionen, dass auch vermehrt Güterzüge – beispielsweise vom Rotterdamer Hafen aus – die Wunderline nutzen könnten und damit die Lärmbelastung steige. An einen Ausbau nur für den Personenverkehr glaubt unter anderem auch die Initiative IBO nicht.

Lesen Sie auch: Oldenburger Rat bleibt bei Wunderline misstrauisch

Projektleiter Tjeerd Postma beschwichtigt: Zum einen sei dies schon angesichts der einspurigen Trasse nicht möglich, zudem hätten Studien des Büros TNO in Delft und Trimode in Freiburg/Breisgau gezeigt, dass die Wunderline dem Güterverkehr nicht nutzt. Daraufhin habe man mit Zustimmung der EU beschlossen, die Pläne weiterzuverfolgen, auch wenn sie nur dem Personenverkehr diene.

Ein weiteres Indiz dafür sei laut Postma, dass der lange Ausfall der Friesenbrücke bei Weener keinerlei Kritik seitens der niederländischen Wirtschaft ausgelöst habe.

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In der Gemeinde Apen im Ammerland sieht der Wirtschaftsausschuss die positiven Aspekte überwiegen und möchte dafür sorgen, dass Augustfehn ein Haltepunkt der Schnellstrecke wird – und so nicht nur Städte, sondern auch die Fläche von der Wunderline profitiert.


Alle Artikel im Spezial unter   www.nwzonline.de/wunderline 
Christian Ahlers Redakteur / Online-Redaktion
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