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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Klimawandel In Der Region: Abwasser als Alternative zum Trinkwasser

12.03.2020

Im Nordwesten In seiner 72-jährigen Geschichte lieferte der OOWV stets nur eine Wasserqualität: reinstes Trinkwasser. Doch das könnte sich schon bald grundsätzlich ändern. Der durch den Klimawandel steigende Wasserverbrauch zwingt das Versorgungsunternehmen zur Suche nach Alternativen. Und die sehen viele Experten in der Wiederaufbereitung von Abwasser.

Ein Gedanke, mit dem sich allerdings auch viele Behörden noch schwer tun. „In Deutschland gibt es da noch viel Skepsis“, weiß Michael Janzen, der beim OOWV für die strategische Planung zuständig ist. Dabei werben auch führende Experten wie Professor Jörg Drewes, der den Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Universität München innehat, für das Projekt Wasserwiederverwendung. Am Rande einer Konferenz in Oldenburg machte Drewes jetzt klar, dass es aus seiner Sicht zur Aufbereitung von Abwasser für den Einsatz in der Industrie, der Landwirtschaft und der Bewässerung von städtischen Grünflächen keine sinnvolle Alternative gibt.

Eine knappe Ressource

Da die Fördermenge angesichts rückläufiger Grundwasserneubildung nicht beliebig gesteigert werden kann, sei Wasser eine knapper werdende Ressource, warnt Drewes. Da stelle sich zwangsläufig die Frage, ob es denn wirklich immer Trinkwasserqualität sein muss. In Kalifornien, den Niederlanden, Singapur und einigen anderen Ländern sei man bereits einen Schritt weiter. Dort werde aufbereitetes Abwasser längst im großen Stil als Kühlwasser in der Industrie oder zur Bewässerung in der Landwirtschaft verwendet.

Im Nordwesten dagegen ist das Konzept noch ganz am Anfang. In Nordenham plant der OOWV derzeit ein erstes Pilotprojekt. Bis 2023 soll dort eine Wasseraufbereitungsanlage in Betrieb gehen, die das Wasserwerk Großenkneten entlasten soll. In ersten Gesprächen mit den zuständigen Behörden und Ministerien wurde versucht, die Vorteile der Idee deutlich zu machen. „Die Behörden müssen sich nun überlegen, wie sie damit umgehen“, so Janzen. Das relativ kleine Pilotprojekt soll dabei helfen, Überzeugungsarbeit zu leisten. „Man muss Vertrauen aufbauen und zeigen, um zu überzeugen“, weiß Drewes aus langjähriger Erfahrung.

Wesentlich offener reagiere die Wirtschaft bei dem Thema. Unternehmensintern sei die Verwendung von Brauchwasser bereits weit verbreitet, erklärt Drewes: „Da ist Deutschland schon führend.“ Auch in Nordenham liefen bereits Gespräche über den Einsatz des aufbereiteten Abwassers bei Kühlprozessen, heißt es vom OOWV. Dabei schrecke die Unternehmen nicht einmal der vergleichsweise hohe Preis. Spätestens seit dem Produktionsausfall bei BASF infolge des Niedrigwassers im Rhein habe die Industrie realisiert, dass es Wasser nicht garantiert gibt, sagt Janzen.

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Technisch aufwendig

Technisch sei das Projekt allerdings eine Herausforderung, räumt Drewes ein. So müsse nicht nur ein zweites Rohrleitungssystem aufgebaut werden, sondern – je nach Nutzung – auch noch Medikamente und andere gefährliche Stoffe aus dem Abwasser herausgefiltert werden. Unter dem Strich sei das allerdings immer noch einfacher, als zum Beispiel salzhaltiges Brackwasser aufzubereiten.

Jörg Jung Redakteur / Newsdesk
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