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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

So Steht Es Um Die Versorgung: Leitungswasser auf Vorrat ist in der Region nicht nötig

19.03.2020

Im Nordwesten Schulen und andere öffentliche Einrichtungen schließen, einige Menschen horten Vorräte und es kommt aufgrund der ungewöhnlichen und vor allem ungewohnten Coronavirus-Situation zu Unsicherheit in der Region, Niedersachsen und Deutschland. Mancher macht sich auch Gedanken über das, was gemeinhin als „Daseinsvorsorge“ gilt. Unsere Zeitung hat beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV), der die Versorgung in großen Teilen der Region sicherstellt gesprochen. Die Fragen hat Gunnar Meister, Leiter der Unternehmenskommunikation beim OOWV, beantwortet.

Hat der OOWV grundlegende Notfall-Pläne für den Fall, dass große Teile der Belegschaft ausfallen?

Gunnar Meister (Bild: OOWV)

„Ja, wir verfügen über einen Notfallplan und stimmen uns regelmäßig mit den Behörden ab“, so Meister. Aktuell habe der Wasserverband einen Stab eingerichtet. Dieser treffe sich täglich, bewerte die aktuellen Entwicklungen und entscheide über die weiteren Maßnahmen. „Dazu zählen beispielsweise Absagen von Terminen innerhalb und außerhalb unseres Verbandsgebiets“, so Meister. Als Reaktion auf die Entwicklungen hat der OOWV beispielsweise bis Ende April alle Besucher-Führungen an den Infostandorten in Großenkneten (Landkreis Oldenburg), in Nethen (Ammerland) und Diekmannshausen (Wesermarsch) abgesagt. Die Infostandorte Biohof Bakenhus in Großenkneten, der Trinkwasserlehrpfad Nethen, das Infohaus „Altes Wasserwerk“ auf Langeoog und das Museum Kaskade inklusive der Jade Touristik in Diekmannshausen bleiben zunächst bis Ende April geschlossen. Diese und andere schnelle Reaktionen habe laut Meister einen recht einfachen Grund: „Die Wasserversorgung gilt als besonders schützenswerter Bereich, deswegen sind wir auf Krisensituationen so gut es geht vorbereitet.“

Laufen die notwendigen Pumpen für Frisch- und Abwasser automatisch oder müssen diese überwacht werden?

Ein Großteil der Versorgungstechnik beim OOWV sei automatisiert. Aber „auch modernste Technik kann jedoch nicht die Arbeitskraft und das Fachwissen unserer Mitarbeiter in den Wasserwerken, auf Kläranlagen und in den Betriebsstellen ersetzen.“ So müssten zum Beispiel Pumpen gewartet und technische Störungen manuell behoben werden.

Geht dies auch vom Home-Office aus?

„In einem gewissen Umfang lasse sich der Betrieb auch aus dem Home-Office steuern.“ Der OOWV versuche gerade, so oft wie möglich, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Home-Office zu ermöglichen.

Für den Fall der Personalknappheit: Gibt es Pläne, inwieweit zum Beispiel die Versorgung teilweise eingeschränkt wird?

„Wir gehen davon aus, dass es durch unser Verbundsystem zu keiner Einschränkung in der Wasserversorgung kommen wird.“

Müssen die Verbraucher mit einer Wasserknappheit rechnen?

„Nein!“, betont Meister. Beispiele wie die Abriegelung ganzer Städte in anderen Ländern würden zeigen, wie wichtig eine leitungsgebundene Wasserversorgung der Menschen ist. „Die Zeiten, in denen die Menschen weit laufen mussten, um Wasser zu bekommen, sind hier vorbei.“ Der Begriff „Daseinsvorsorge“ mag durch die Gewöhnung an die zuverlässige Wasserversorgung „aus der Mode gekommen sein“, so Meister. Und weiter: „Gegenwärtig zeigt sich aber, wie wichtig unser Auftrag in der Daseinsvorsorge ist.“ Durch das Verbundsystem sei der Verband „in der Wasserversorgung sehr gut aufgestellt“. Auch die Abwasserentsorgung sei gesichert. Es sei daher definitiv nicht nötig, dass Menschen sich Leitungswasser auf Vorrat abfüllen – oder per Hamsterkauf Mineralwasser horten.

Schult der OOWV seine Mitarbeiter, um Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden?

Die Arbeit in Wasserwerken und auf Kläranlagen erfordere sowieso einen sorgsamen Umgang mit Hygieneregeln. „Deshalb sind unsere Mitarbeiter im Vergleich zu anderen Branchen mit diesem Thema sehr vertraut.“ Dennoch erinnere man „durch gezielte Hinweise an notwendige Maßnahmen zum Infektionsschutz“.

Gibt es Überlegungen, im Fall der Fälle Mitarbeiter zum Beispiel aus dem Ruhestand zurück zu holen?

Gegenwärtig sei dies kein Thema. „Mit Blick auf Risikogruppen (Ansteckungsgefahren je Alter) ist diese Möglichkeit für einige Tätigkeiten zumindest fraglich.“

Gibt es aktuell eine Urlaubssperre oder eine größere Rufbereitschaft beim OOWV?

„Aktuell gibt es keine Urlaubssperre.“ Dies könne sich aber ändern. „Die Situation wird mit Blick auf betriebliche Notwendigkeiten von Tag zu Tag bewertet.“

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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