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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Harte Ministerkritik an Bahn nach Zugausfällen

10.10.2017

Im Nordwesten Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) zeigt sich empört über das Chaos, das bei der Bahn nach dem Orkantief Xavier herrscht. „Mit Erschrecken habe ich zur Kenntnis genommen, dass durch einen Herbststurm nahezu der gesamte Bahnverkehr in Norddeutschland über mehrere Tage zum Erliegen gekommen ist“, schreibt Lies an Bahn-Vorstandschef Richard Lutz. Der Brief liegt dieser Zeitung vor.

Dabei müsse „auch bei extremen Wetterlagen gewährleistet sein, dass der Personen- und Güterverkehr sich auf das Netz jederzeit verlassen kann“, verlangt Niedersachsens Wirtschaftsminister, der die Bahnspitze zu raschem Handeln auffordert: „Angesichts der immensen Schwierigkeiten, mit denen die Bahn und damit auch deren Nutzer zu kämpfen hatten, sehe ich bei der notwendigen Verlässlichkeit Optimierungsbedarf“. Ein solches Ereignis dürfe sich „in diesem Ausmaß nicht wiederholen“, kritisiert Lies, der „effektive Notfallpläne“ sowie „bessere Informationen für Fahrgäste und die Logistikwirtschaft“ über Behinderungen und absehbare Zugfahrten fordert.

Unterdessen arbeiten die Aufräumer der Bahn mit Hochdruck. Im besten Fall ist es nur ein umgestürzter Baum, der auf den Gleisen liegt. „Denn eine solche Strecke ist vergleichsweise schnell repariert“, sagt Bahn-Sprecherin Angelika Theidig. Aber gute Nachrichten sind momentan auf vielen Strecken rar. Mitarbeiter und Baufirmen aus der gesamten Bundesrepublik arbeiten an gesperrten Strecken. Eine Prioritätenliste gebe es nicht.

„Wir haben teils gravierende Oberleitungsschäden. Da sind nicht nur ein paar Kabel kaputt, sondern komplette Masten inklusive Fundament aus der Verankerung gerissen“, ähnlich wie der Hafenkran in Wilhelmshaven. „Das muss jetzt neu gegossen werden.“

Allein von 12 bis 13 Uhr wurden am Donnerstag während des Sturms 415 Einsätze in der Oldenburger Großleitstelle ausgelöst. 2011 Einsätze sind es schließlich insgesamt geworden. So viel, wie nie ein Wetterereignis zuvor in der vor fünf Jahren eingerichteten Großleitstelle ausgelöst hat.

Auch das Einsammeln der Baumteile und Äste aus den Gleisbetten und Oberleitungen werde noch dauern. Wie lange, dazu könne die Bahn noch nichts sagen. Nur, dass das Holz eingesammelt und verwertet werden soll. So lange bleibt an Teilstrecken auch weiterhin der Strom abgeschaltet, sonst herrscht Lebensgefahr – 15 000 Volt fließen durch die Oberleitungen.

Auch wenn die Reparaturarbeiten auch weiterhin die Geduld der Fahrgäste strapazieren, hat die DB auch gute Nachrichten. Auf der Strecke zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg fahren die Bahnen wieder. Bevor eine Strecke frei gegeben wird, fährt eine Testbahn, um sicherzugehen, dass alles wieder funktioniert.

So sieht es bei den betroffenen Strecken aus

Wilhelmshaven - Oldenburg - Osnabrück: freigegeben.

Leer - Oldenburg - Bremen: Voraussichtlich gesperrt bis 15.10.

Nordenham - Hude: wieder frei.

Delmenhorst - Bremen: derzeit noch gesperrt.

Hude - Bremen: derzeit noch gesperrt.

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DB | SPD | Delmenhorst