• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Urlaub: An der Küste fehlt das Personal

24.06.2019

Im Nordwesten Ruhetage in Restaurants und ein dünneres Angebot auf den Speisekarten: In der Tourismusbranche fehlen Fachpersonal und Saisonkräfte. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage der Deutschen Presseagentur in Ferienorten an der Küste. „Mitarbeiter gesucht“ heißt es auf Schaufenster-Aushängen vieler Betriebe. Die Ursachen für das Ausbleiben der Saisonkräfte sind vielschichtig. Ein Grund könnten steigende Gehälter in Ländern wie Polen und Rumänien sein.

Langeoog

„Auf der Insel ist es noch schlimmer als auf dem Festland, sagt Gastwirt Ralf Deeling vom Restaurant „In’t Dörp“ auf Langeoog: „Das ist eine Vollkatastrophe. Die Hafenkneipe macht zwei Ruhetage. Einem Restaurant-Kollegen fehlt ein Koch, da wird jetzt auch an einem Tag geschlossen.“ In der gesamten Branche fehlt es an Kräften, sagt er – besonders in den vom Tourismus geprägten Gebieten. An der Bezahlung könne es nicht liegen: „Ohne Mindestlohn geht gar nichts, denn sonst käme erst recht niemand. Eher wird noch was draufgelegt.“

Emden

„Das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der Tourismusbetriebe bleibt der Fachkräftemangel“, sagt Arno Ulrichs von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostfriesland. Es gehe längst nicht mehr nur um ausgebildete Fachleute, viele Betriebe suchten auch dringend ungelernte Hilfskräfte. 68 Prozent der Unternehmen hätten längerfristig offene Stellen und Schwierigkeiten, diese zu besetzen.

Ostfriesland

„Viele Menschen sind nicht mehr bereit, längere Zeit fernab von ihrer Heimat zu arbeiten oder umzuziehen“, sagt Birgit Kolb-Binder vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Ostfriesland. Zudem werde es im Gastronomiebereich immer schwieriger, Deutsch sprechende Servicekräfte zu finden, die aber für den direkten Kontakt mit den Gästen nötig seien. „Der Markt scheint an seine Grenzen zu stoßen“, so Kolb-Binder.

Cuxhaven

Auch an der Elbmündung ist die Lage angespannt. „Es ist nicht ganz einfach, über die Saison zu kommen“, sagt Bernhard Dohne, der das Hotel „Strandperle“ in Cuxhaven-Duhnen betreibt. Inzwischen vergibt er deshalb nur noch dauerhafte Arbeitsverträge. „Das treibt zwar die Personalkosten nach oben, aber auf Saisonkräfte zu setzen, ist zu riskant geworden“, sagt er. Lediglich zwei Saisonkräfte aus Bosnien beschäftigt er für zwei Monate. Mit dieser Strategie könne er den gewohnten Standard im Hotel halten.

Nicht besser sieht es an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste und an der Ostsee aus. Zwei Beispiele:

Heiligendamm

Im Grand Hotel an der Ostsee würde General Manager Thies Bruhn im Servicebereich gerne noch Mitarbeiter einstellen, um gut über den Sommer zu kommen. Der Mitarbeitermangel sei aber nicht so gravierend, dass einzelne Leistungen nicht mehr angeboten werden könnten. Künftig plant das Hotel einen Austausch mit dem Kempinski-Hotel in St. Moritz (Schweiz): „Wir haben im Sommer viel zu tun, dann ist dort nicht so viel los“, sagt Bruhn.

Sylt

Auf Sylt ist das Thema Saisonarbeitskräfte ein Dauerbrenner. „Das ist bei sehr vielen Kollegen ein Knackpunkt“, sagte der Vorsitzende von Dehoga Sylt, Claas-Erik Johannsen. Vor allem im Service und in der Küche könnten viele Betriebe auf der Insel jedoch mehr Leute gebrauchen. Aber: „Es gibt nicht genügend Leute.“ Zudem sei die Unterbringung auf Sylt oftmals schwierig. Wegen der schwierigen Situation gebe es vereinzelt Betriebe, die in der Saison einen Ruhetag einplanen, den sie sonst nicht gemacht hätten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.