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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Behörden setzen auf Stichproben

15.10.2019

Im Nordwesten Altenheime, Schnellimbisse, Hotels und Supermärkte: In vielen Betrieben im Nordwesten wurde potenziell mit Listerien belastete Wurst aus Hessen verkauft und verarbeitet. Die Behörden haben die Betroffenen angerufen, besucht und angeschrieben. Die Ansage: Alle Wilke-Produkte müssen in die Tonne oder zurück zum Hersteller.

Doch können Verbraucher sicher sein, dass die Salami auf dem Hotel-Buffet nicht trotzdem aus der Fabrik in Nordhessen stammt? „Man sollte sich wirklich nicht allzu große Sorgen machen“, sagt Dr. Norbert Heising, Geschäftsführer des Zweckverbands Veterinäramt Jade-Weser.

Zuviel Aufwand

Zwar gibt Heising zu, dass es den Veterinärämtern nicht möglich ist, jetzt jeden Betrieb auf Wilke-Wurst zu überprüfen. „Allerdings werden Stichproben durchaus durchgeführt“, sagt er. Die anderen Unternehmen würden bei den anstehenden Routinekontrollen überprüft. Und: „Alle Betroffenen müssen anhand von Belegen nachweisen, dass möglicherweise kontaminierte Ware vernichtet oder zurückgegeben wurde“, sagt Heising. Diese Belege müssten vorgezeigt werden, wenn die Veterinärämtern dies verlangen. Auch das passiere bei den Routinekontrollen.

Mit diesem Schritt verhindern die Ämter zwar, dass Kunden künftig mit potenziell gefährlicher Wurst in Kontakt kommen. Es besteht allerdings die Gefahr, dass belastete Wurst längst gegessen wurde.

Für den Verbraucher ist kaum nachzuvollziehen, ob er zum Beispiel in der Gastronomie Wilke-Wurst auf dem Teller oder Brötchen hatte. Die Behörden rücken die Namen der mit Wilke-Ware belieferten Betriebe nicht heraus – und bekamen jetzt von der Justiz recht: Einen Eilantrag der Organisation Foodwatch auf die Herausgabe der Namen wies das Verwaltungsgericht Kassel ab. Nach Angaben von Foodwatch heißt es im Beschluss, das Verbraucherinformationsgesetz diene „nicht der akuten Verbraucherwarnung“.

Eine große Gefahr besteht laut Heising dennoch nicht: „Wir werden jetzt keine Welle an Todesfällen erleben.“ Wer bislang keine Anzeichen einer Listeriose-Erkrankung gezeigt habe, werde mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr erkranken. „So lang ist die Inkubationszeit nicht.“ Bei durcherhitzten Lebensmitteln habe ohnehin keine Gefahr bestanden – Listerien sterben bei etwa 70 Grad Celsius ab.

Kein großes Risiko

Es bleibt das Risiko, dass die Keime sich von der Wurst auf andere Lebensmittel übertragen haben, zum Beispiel von noch nicht erhitzter Wurst auf Salat oder anderes Gemüse. „Ja, diese Gefahr besteht, aber sie ist sehr gering“, sagt der Experte. Damit Lebensmittel gefährlich werden können, müsse sich jedoch eine große Anzahl an Keimen in ihnen einnisten. „Das ist im Fall von Listerien beim bloßen oberflächlichen Kontakt recht unwahrscheinlich“, sagt Heising.

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