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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

In Region droht Überdüngung

24.10.2013

Hannover In der niedersächsischen Landwirtschaft fallen jährlich 39 Millionen Tonnen Gülle und rund acht Millionen Tonnen Mist an. Das geht aus dem am Mittwoch in Hannover von Agrarminister Christian Meyer (Grüne) vorgestellten Nährstoffbericht hervor. Der größte Teil, 26 Millionen Tonnen, werde anschließend von den Landwirten wieder zur Düngung der eigenen Felder verwendet. Von den restlichen 21 Millionen Tonnen würden sechs Millionen Tonnen zur energetischen Nutzung in Biogasanlagen eingesetzt. Um Überdüngung zu vermeiden, müssten die übrigen 15 Millionen Tonnen an andere Betriebe oder in andere Regionen und Bundesländer abgegeben werden.

Besonders im Westen gibt es Probleme. So sorgen die Massentierhaltungsbetriebe in den Kreisen Cloppenburg, Vechta und Emsland für einen extremen Überschuss an Gülle und Mist. Im Bezirk Weser-Ems fehlen laut Bericht fast 66 000 Hektar Fläche.

Der im Auftrag des Ministeriums von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erstellte Bericht müsse „zu zügigen Konsequenzen führen“, sagte Meyer. „Denn es kann kein Zweifel mehr daran bestehen, dass wir umgehend handeln müssen. Niedersachsen muss sein Grundwasser vor nicht sachgerechter Überdüngung schützen.“ Rund 60 Prozent des Grundwassers seien in Niedersachsen in einem schlechten Zustand und durch zu hohe Nitratwerte belastet.

Nach Analyse der Daten und der Rechtslage werde das Agrarministerium nun im Expertendialog über notwendige Konsequenzen beraten. „Wir dürfen nicht länger unsere Augen vor dieser Zukunftsaufgabe verschließen“, forderte Meyer.

„Unsere Landwirte nehmen die Vorgaben des Düngerechtes sehr ernst“, sagte Landvolkpräsident Werner Hilse. Vorwürfe, „wonach Böden in den Veredlungsregionen des Landes systematisch und gesetzeswidrig mit Gülle oder Gärresten überdüngt würden“, seien als gegenstandslos entkräftet.

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