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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Hofübergabe in der Region wird zur Herausforderung

21.01.2019
Frage: Die Landwirtschaftskammer Oldenburg engagiert sich bereits seit einigen Jahren in der Region stark beim Thema Generationswechsel auf dem Hof. Was ist der Hintergrund?
Iris Flentje: Hofübergaben hat es auf den Betrieben schon immer gegeben, allerdings ist aufgrund veränderter Rahmenbedingungen der Beratungsbedarf gestiegen. Die Betriebe sind komplexer geworden und die Bedürfnisse Einzelner werden ernster genommen als noch vor vielen Jahren. Wir erleben in der Beratung, dass es beim Thema Hofübergabe ganz viel Halbwissen gibt. Das Thema bewegt viele, weil wir ja in die geburtenstarken Jahrgänge kommen und überall Generationswechsel anstehen.
Frage: Können Sie ungefähr beziffern, wie viele Bauernhöfe im Oldenburger Land pro Jahr einen Nachfolger suchen?
Flentje: Genaue Zahlen haben wir nicht, aber wenn man das Gebiet mit anderen Landkreisen vergleicht, dann sind es sicherlich 30 bis 40 Hofübergaben im Jahr.
Frage: Was ist das Problem dabei?
Flentje: Ich würde das nicht als Problem bezeichnen. Es ist eher eine Herausforderung, die man ja bei jeder Form von Erbe hat. Erben ist ja immer etwas, wo der eine was loslassen und einer etwas annehmen muss. Das stellt uns in der Landwirtschaft vor eine Herausforderung, weil wir als landwirtschaftliche Familien oft in einem sehr engen Miteinander leben, oft mit mehreren Generationen auf den Höfen, zumindest aber immer eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen den Generationen stattfindet. Darum ist die menschliche Komponente sehr wichtig, denn wir wollen nach der Übergabe keine zerschlagenen familiären Strukturen haben, sondern ein gutes Miteinander. Und dazu kommt, dass es in der Landwirtschaft ein Sondererbrecht gibt und wir mit zwei verschiedenen Gesetzesgrundlagen beim Vererben arbeiten. Da ist eine große Bandbreite von Informationen notwendig, um sowohl das Erbrechtliche als auch das Finanzielle und Menschliche zu regeln.
Frage: Wie kann die Landwirtschaftskammer dabei als Helfer auftreten?
Flentje: Zum einen sind wir Ratgeber, wenn es um erbrechtliche oder finanzielle Fragen geht. Da geht es um Wissenstransfer und Gestaltungsmöglichkeiten, wobei wir natürlich keine Rechtsberatung machen und keine Verträge ausarbeiten. Aber wir sehen auch eine große Aufgabe darin, diesen Prozess zu begleiten, damit das Miteinander gut funktioniert und alle zu ihrem Recht kommen.
Frage: Helfen Sie auch bei der Suche nach einem Interessenten, wenn sich in der Familie kein Nachfolger findet?
Flentje: Manchmal vermitteln wir so etwas auch. Wenn wir wissen, da ist ein ausgebildeter junger Landwirt, der keinen Betrieb hat, dann begleiten wir auch außerfamiliäre Hofübergaben.
Frage: Wie groß ist das Interesse an ihren Veranstaltungen?
Flentje: Das ist hoch. Wir haben im vergangenen Jahr etwa 200 Teilnehmer gehabt, in diesem Jahr sind es etwas weniger, aber es gibt viele Nachfragen.
Frage: Sie sagten, das Problem der fehlenden Nachfolge wird noch größer werden in den nächsten Jahren. Was wird die Folge sein?
Flentje: Wir haben jetzt schon einen sehr starken Strukturwandel in der Landschaft. Nicht alle Höfe finden einen Nachfolger. Da wird es immer wieder den Fall geben, dass Betriebe aufhören und die Fläche auf dem Pachtmarkt an andere Betriebe weitergeben. Dieser Strukturwandel wird sicher auch weiter stattfinden.
Frage: Das heißt, der Trend wird auch hier zu immer größeren Höfen gehen?
Flentje: Ja, ganz klar.

Bereits seit sechs Jahren ist Iris Flentje als Sozioökonomische Beraterin bei der Landwirtschaftskammer Oldenburg tätig.

Seit etwa zwei Jahren berät sie mit einigen Kollegen im gesamten Nordwesten Bauern rund um das Thema Hofübergabe.

Die52-Jährige ist auf einem Bauernhof ausgewachsen und ist selbst in Asendorf (Landkreis Diepholz) Landwirtin.

Jörg Jung Redakteur / Regionalredaktion
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